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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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155
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Die Soldaten der Uepublik und des Kaiserreichs. 155

Die Franzosen rüsteten, und am 8. März 1803 kündete der KönigGeorg III. von England dem Parlamente an, daß er unter den obwal-tenden Verhältnissen erwarte, dasselbe werde ihn in den Stand setzen,alle Maßregeln zu ergreifen, die er für die Ehre seiner Krone und fürdas Wohl seines Volkes nothwendig erachten werde. Der Krieg warhiermit erklärt.

Napoleon, damals noch erster Consul, schickte Mortier mit15,000 Mann ab, um sich Hannovers zu bemächtigen. Am 4. Juli1803 capitulirte die hannoversche Armee und das ganze Kurfürstenthumwar in der Gewalt der Franzosen. Eine andere französische Armeeunter Gouvion St. Cyr bemächtigte sich des Königreichs Neapel, undso waren vom Texel bis Otranto alle Häfen den Engländern verschlossen.

Zugleich befahl Napoleon die Errichtung einer Armee, bestimmtzur Landung auf England. Es ist schwer zu entscheiden, ob er je wirk-lich im Sinne hatte, diese Landung zu unternehmen, oder ob er umBoulogne nur deshalb eine so große Armee sammelte, um die Conti-nentalmächte zu täuschen. Genug, das Lager von Boulogne wurde einewahrhafte Schule für die französische Armee; die Eifersucht zwischen denTruppen, die unter dem ersten Consul in Italien, und jenen, die unterMoreau in Deutschland gedient hatten, verschwand, und Einheit derGesinnung trat an ihre Stelle; auch fand hier die Eintheilung in Ar-meecorps statt, große taktische Körper, Infanterie, Cavallerie und Ar-tillerie, aus zwei .bis drei Divisionen bestehend, sich selbst genügend,auf große Unternehmungen berechnet. Das Lager von Boulogne wardie Wiege derGroßen Armee."

Hier mag gleich bemerkt werden, daß Napoleon während desContinentalkrieges vom Jahre 1805 neben seinen Adjutanten, welcheOffiziere hohen Ranges und ausgezeichneter Verdienste waren, auch nochkaiserliche Ordonnanzoffiziere" ernannte. Diese hatten denRang von Schwadronchefs oder Capitains, gehörten den ersten Fami-lien an, und ihr Geschäft war, die Befehle des Kaisers zu überbringen.Sie wurden aber auch zu Recognoscirungen, zu schneller Aufnahme vonGegenden gebraucht, auch an die Commandanten entfernter Corps ge-schickt, bei denen sie so lange blieben, bis etwas Entscheidendes vorge-