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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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156
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156 Die Soldaten der Republik

fallen war, und dann zurückeilten, um Napoleon Bericht zu erstatten.Ihre Zahl blieb sich nicht gleich, überstieg aber nie zwölf').

Es wurde England nicht schwer, Schweden, dessen ritterlicherKönig, entrüstet über die Ermordung des Prinzen von Enghien, vonselbst losbrach, Oesterreich und Rußland zu einer Coalition zu vereini-gen'). Denn nachdem Napoleon auch König von Italien geworden,nachdem er Genua dem französischen Reiche einverleibt hatte, und beidem in kurzer Frist zu erwartenden völligen Auseinanderfalte des deut-schen Reiches, war es des Versuches werth, den Kampf gegen die Su-prematie Frankreichs zu wagen, um das vernichtete europäische Gleich-gewicht wieder herzustellen. Die Angst Englands vor einer Landungder Franzosen trug übrigens nicht wenig bei, es freigebig mit Subsidienan die zum Bunde getretenen Mächte zu machen.

Oesterreich stellte 230,000 Mann auf, und theilte sie in zwei Ar-meen, in jene von Deutschland, und in jene von Italien. Ueber dieerstere erhielt Mack, über die zweite der Erzherzog Karl den Ober-befehl. So befand sich Oesterreichs größter Feldherr dort, wo die Ent-scheidung nicht fallen konnte, Oesterreichs unglücklichster dort, wo siefallen mußte. Denn Deutschland war der Hauptschauplatz des Krieges:wurde er hier zu Gunsten der Franzosen entschieden, so half kein vonden Oesterreichern in Italien errungener Vortheil auch nur das Ge-ringste. Und daß Napoleon den Hauptschlag in Deutschland zu füh-ren gesonnen war, das mußten die Oesterreicher ihm zutrauen, weil sieselbst dort ihre Hauptmacht hatten, die überdies durch eine starke russischeArmee verstärkt werden sollte.

Der Erzherzog Karl hatte 80,000 Mann; 20,000 sandte er unterseinem Bruder dem Erzherzog Johann nach Tyrol, mit 60,000 mar-schirte er nach der untern Etsch. Mack hatte 150,000 Mann, von demer 10,000 unter Iellalich nach Vorarlberg schickte, und mit den übri-

1) Die Halbbrigaden der Infanterie hatten schon 1801 wieder den Namen Regi-menter erhalten, und wurden durch ihre Nummern unterschieden. Ein Regimenthatte vier Bataillone, jedes zu 1000 Mann.

2) Der Vertrag mit Rußland wurde am 11. April 1805 geschloffen, undOesterreich trat am 10. Juli desselben Jahres bei.