und des Kaiserreichs, 211
von ihm ist gewiß zu erwarten, daß er alle Gründe hatte, auf einenSieg zu hoffen.
Am 22. Mai entbrannte denn der Kampf auf das Neue; derselbeendete zum Nachtheile des französischen Kaisers, und der Verlust derSchlacht wird dem abermaligen Brechen der Brücken') beigemessen.Wie dem immer sei, die Schlacht wurde von dem Erzherzoge Karl ge-wonnen; von einer zertrümmernden Verfolgung freilich, die einem Siegeerst die Krone aufsetzt, konnte die Rede nicht sein, weil die Donau siewehrte. Die Schlacht von Aspern hat die österreichische Monarchie ge-rettet, denn nach der Einnahme von Wien war Napoleon rücksichts-los genug gewesen, von dem Kaiser und den Erzherzogen von Oester-reich als von den meineidigen Fürsten des Hauses Lothringen in seinenProklamationen zu sprechen. Nach der Schlacht von Aspern hieß eswieder: 8n Älteste 1'Lmxereur ä'^utrielre.
Es siel nun an den Wien benachbarten Ufern der Donau biszum Anfange des Juli nichts von Entscheidung vor, weswegen dieSchicksale der österreichischen Armee, welche der Erzherzog Johann ge-gen Italien führte, kurz zu erwähnen sind. Gleichwie Chasteller inTyrol, so wurde der Erzherzog in den vormals venetianische.r Pro-vinzen überall mit offenen Armen empfangen. Der feindliche Befehls-haber, Eugen Beauharnais, Vicekönig von'Jtalien und Stiefsohndes französischen Kaisers, war nach der Schlacht von Sacile am 16.April 1809, die der Erzherzog gewann, bis Verona zurückgewichen.Da traten die Oesterreicher plötzlich den Rückzug an. Der Vicekönigschrieb dieses unerwartete Ereigniß mit Recht einem Hauptschlage zu,welchen Napoleon der österreichischen Hauptarmee in Deutschland bei-gebracht haben müsse, und brach ungesäumt zur Verfolgung des Erz-
I) Wohl zu merken, derjenigen, die von der Lobau nach dem rechten Ufer führ-ten, keineswegs aber derjenigen über den schmalen Arm, welche das Marchfcld vonder Lobau scheidet, denn sein Gewässer ist zu allen Zeiten ein ziemlich ruhiges. Wennalso von dem Nichteintrcffcn der französischen Verstärkungen die Rede ist, dürfennur diejenigen verstanden werden, welche vom rechten Ufer nach der Lobau hättenüber die abermals zerrissenen Brücken nrarschiren sollen.