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zosen sehr betrübende Weise und wurde nicht wiederholt. Die Franzo-sen hatten dabei offenbar gehandelt, ohne die Lokalitäten genau zu ken-nen, denn erst durch die von dem Marschall Massen« unternommenenErkennungen wurden sie belehrt, daß man aus der sehr großen InselLobau unterhalb Wien einen Waffenplatz machen müsse, da dieselbe nurdurch einen sehr schmalen Arm von dem linken Ufer getrennt ist'). Dasgeschah, nachdem der Erzherzog Karl mit der österreichischen Haupt-armee am Bisambcrge eingetroffen war. Der Uebergang auf die Lobaukonnte von dem genannten Berge vollkommen beobachtet werden, undnoch besser die Anstalten, um den Uebergang aus der Lobau nach dem,Marchfelde vorzubereiten. Dem österreichischen Feldherrn blieb also volleZeit, seine Maßregeln zu treffen.
Am Morgen des 21. Mai gingen drei französische Infanteriedivi-sionen und zwei und eine halbe Cavallericdivision nach dem linken Ufer,wo sie zwischen Aspern und Eßlingen aufmarschirten, den Uebergangder übrigen Armee zu decken. Der Erzherzog ließ Alles ruhig geschehenund befahl erst am Mittage den Angriff auf die übergegangene Macht,sie in einem Halbkreise umfassend. Zwar geschahen von beiden Seitengroße Thaten der Tapferkeit, führten aber zu keiner Entscheidung.
Um die Schlacht von Aspern richtig zu würdigen, darf man nievergessen, daß Napoleon die Donau hinter sich hatte. Diese schwollschon am 21. plötzlich ungeheuer an, und zerriß, nicht die Brücke vonder Lobau nach dem Marchfelde, sondern jene von der Insel nach demrechten Donauufer. Berthier meldete die Wiederherstellung, woraufNapoleon beschloß, am andern Tage die Schlacht fortzusetzen, und
Wien vorüber; der dem linken Ufer nächste ist bis auf eine geraume Strecke unter-halb der großen Brücke der eigentliche Strom.
I) Der berühmte Oberst Kausler sagt, die Franzosen schlugen die Brücke, ohnebeunruhigt zu werden (die Kriege von 1792 bis 1815, Seite 442). Die Oesterrei-ch» konnten dieses Brückenschlägen gar nicht hindern, weil sie so unvorsichtig gewe-sen waren, die Lobau nicht zu besetzen. Ein Blick auf eine genaue Karte wird je-den Leser in den Stand setzen, dies hinreichend zu beurtheilen. Die Brücke wurdewirklich gar nicht nach dem linken Ufer selbst geschlagen, sondern über die großeDonau nach der Insel Lobau, welche ihrerseits, wie schon gesagt, nur durch einenschmalen Arm von dem Marchfelde getrennt ist.