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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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219
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und des Kaiserreichs.

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Im Jahre 1811 gab es 130 Linieninfanterieregimentcr. Außerdemwaren sogenannte eorxs xmrtiouliers vorhanden, endlich die Regimen-ter von Belle Jle, der Insel Rhe, des Mittelmeeres, doch hatten siekeine Nummern.

Jeder Kürassierdivision wurde im Jahre 1811 ein Chevauxleger-Lanciersregiment beigegeben. Die Carabiniers erhielten, wie schon er-wähnt, im Jahre 1810 den Helm statt der Barmütze und wurden da-durch wahrhafte Kürassiere.

In den Jahren 1810 und 1811 gab es auf dem europäischen Fest-lande keinen andern Krieg als den auf der pyrenäischen Halbinsel. BorAllem fällt auf, warum Napoleon seine Hunderttausende in Spanienin diesen beiden Jahren (später hatte er anderwärts zu thun) nicht selbstbefehligte, um dem Kriege ein Ende zu machen. Die Antwort auf diesei Frage ist eine sehr einfache: der große Imperator sah ein, daß selbst' durch seine persönliche Anführung dieses erwünschte Ziel nicht erreichtwerden könne. Seine bisherigen Kriege hatte er auf folgende Art ge-! führt. Nachdem in Folge der genauesten Marschberechnung seine Trup-

! pen nahe den Punkten waren, wo er sie zu sammeln beschlossen hatte,

! verließ er Paris und eilte zu ihnen. Angekommen, führte er binnen

> kurzer Zeit einen Hauptschlag aus, zertrümmerte die feindliche Macht,

i ging auf die feindliche Hauptstadt los, schlug den Gegner aber und

j abermals und zwang ihn zum Frieden. In Spanien aber war die

i Hauptstadt in seiner Gewalt, der größte Theil' des Landes war es gleich-

i, falls, und es gab wol allenthalben Feinde, aber nirgends eine Regie-rung, die er zum Frieden zwingen konnte, denn die Centraljunta besaßgar nicht die Macht, einen Frieden zu schließen, dem sich die König-reiche der pyrenäischen Halbinsel unterworfen haben würden. Napo-leon vermochte daher keinen jener Gewaltstöße auszuführen, durch dieer bisher Throne umgestürzt und Reiche zertrümmert hatte. Es warvielmehr ein langsamer, zäher Krieg, den seine Marschälle und Generaleeben so gut führen konnten wie er. Bei einem solchen Kriege mochteer persönlich nicht eingreifen. Wo Napoleon in Person befehligte,dort war man gewohnt, die Entscheidung in kurzer Zeit fallen zu sehen;wie hätte er selbst die Welt belehren dürfen, daß trotz seines pcrsönli-