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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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und des Kaiserreichs.

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Infanterie, 1200 Pferden und acht Geschützen. Der russische Generalbefahl seiner Infanterie, sich in eine einzige Masse zu sormiren. Nochehe das vollständig geschehen war, griff die französische Cavallerie an,jagte die russische in die Flucht, hieb in die hintersten Bataillone einund nahm 800 Mann gefangen. Das war ein schöner Anfang, unddie Division Newerofskoi wäre rettungslos verloren gewesen, wennMurat mit Besonnenheit zu Werke gegangen wäre. Allein als dieübrige russische Infanterie in einer Masse ihren Rückzug fortsetzte, ließder französische Feldherr immer und immer wieder die Cavallerie an-greifen. Da die Russen sich standhaft vertheidigten, kam endlich derAbend heran und sie waren gerettet, während sie ohne Murats un-überlegte Heftigkeit das Gewehr hätten strecken müssen. Denn er hatteeine sehr zahlreiche Artillerie bei sich, welche aber durch die unaufhörlichsich wiederholenden Angriffe der Reiterei maskirt wurde und nichtswirken konnte. Hätte Murat im Gegentheile die feindliche Divisionerst durch die Artillerie erschüttert und dann durch die Cavallerie an-greifen lassen, so würde ihm ein vollständiger Sieg zu Theil gewordensein. Dies ist eines der vielen Beispiele, daß im Kriege nur zu oftmit blinder Heftigkeit verfahren wird, und daß die Anführer nur zuhäufig ihre Leute opfern, ohne einen entsprechenden Erfolg zu errin-gen. Oft wird eine rasende Kanonade erhoben, die nicht das Mindestefruchtet, und oft unterläßt man einige Kanonenschüsse, welche gut an-gebracht, wie in dem gegebenen Falle, eine große Wirkung hervorge-bracht hätten.

Von Witebsk an war der Feldzug äußerst einfach. Napoleondrang mit der Hauptmacht, seine beiden Flügel weit zurücklassend,pfeilförmig vor, und die russische Hauptmacht wich vor der französischenlangsam zurück. Die Gefechte von Smolensk und das große Nachzugs-gefecht von Valutina Goro hätten füglich unterbleiben können. Siekosteten den Franzosen an 20,000 Mann und den Russen eben so viel,und änderten in dem Stande der Dinge nicht das Geringste.

Als die russische Armee am 27. August bei Miasma ankam, fandsie hier >5,000 Mann Verstärkungen unter dem General Milorado-witsch. Zwei Tage später traf Kutusow ein und übernahm den