Buch 
Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
Entstehung
Seite
242
JPEG-Download
 

242 -Die SolLaten der Republik

beinahe gefangen worden. Er war im Begriff, des Morgens umsieben Uhr von Gorodm'a nach Malo-Zaroslawetz aufzubrechen, alstausend Kosaken aus einem nahen Walde hervorstürmten. Die dienst-thuende Schwadron drängte sich um den Kaiser; die Gefahr, in der erschwebte, stieg mit jedem Augenblick und ging erst vorüber, als Bes-seres mit der gesammten Reiterei der Garde herbeieilte und das Ca-valleriecorps Latour-Maubourgs nachfolgte.

Marschall Mortier hatte inzwischen den Kreml gesprengt, Moskauam 23. Oktober verlassen, und befand sich mit dem auf ein paar tau-send Mann zusammengeschmolzenem Corps Junots am 28. als Avant-garde zwischen Gschatsk und Mojaisk, während Napoleon an letzte-rem Orte anlangte und Davoust als Arrieregarde noch bei Borowskstand. Kutusow folgte der französischen Armee am 27. Oktober nach.Am 3. November griffen Miloradowitsch, welcher aus der geradenStraße von Moskau den Franzosen gefolgt war, und Platow diefranzösischen Corps, welche Davoust bei Wiäzma erwarteten, an, ver-mochten aber keinen Sieg zu erfechten, und diese setzten, nachdem dieBereinigung mit dem eben genannten Marschall erfolgt war, den Rück-zug fort.

Ein fürchterlicherer Feind, als die Russen waren, stellte sich plötz-lich ein, ihr mörderischer Winter. Bis zum 6. November war heiteres,gutes Wetter gewesen. An dem gedachten Tage aber umzog sich derHimmel und schnell folgte ein Schneesturm, der Alles in dichte Finster-niß hüllte, so daß man nicht wußte, wo man war, wohin man ging.Namenlose, unerträgliche Leiden begannen für die französische Armeeund richteten sie schließlich zu Grunde. Noch schrecklicher war die Nacht,die auf den furchtbaren Tag folgte. Man mußte auf dem Schnee la-gern, der Alles bedeckte; man versuchte Lagerhütten zu bauen, aber derSturm riß sie nieder. Und so ging es fort, Tag für Tag und Nachtfür Nacht, jener kaum acht, diese sechzehn Stunden lang.Die Wege",berichtet das berühmte neunundzwanzigste Bülletin,waren mit Glatt-eis überzogen; die Pferde der Cavallerie, der Artillerie und des Fuhr-wesens kamen allnächtlich nicht zu Hunderten, sondern zu Tausendenum, besonders die französischen und deutschen. Mehr als 30,000 Pferde