Die Soldaten der Republik und des Kaiserreichs.
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nungen. Die Garde erreichte jedoch diese Starke niemals und schmolzin dem gedachten Jahre, da sie fast in allen Schlachten, welche Napo-leon selbst leitete, in das Gefecht kam, auf 17,498 Mann Infanterieund auf 4790 Mann Cavallerie zusammen.
Durch Senatsbeschluß vom 3. April 1813 wurden vier RegimenterEhrengarden errichtet, welche aus den Söhnen der vornehmsten undreichsten Einwohner Frankreichs bestehen und zum unmittelbaren Dienstum die Person des Kaisers verwendet werden sollten, mehr eine politi-sche als eine militairische Schöpfung. Dieselbe kam nie völlig zu Stande.Im Jahre 1814 jedoch gab es drei Cavallerieregimenter Ehrengarden,von denen besonders das dritte in der Schlacht von Rheims sich aus-zeichnete.
Die Infanterie wurde natürlich so sehr vermehrt als es nur immergehen konnte. Vom Jahre 1812 bis 1813 dienten in der französischenArmee 766,000 Mann Infanterie. Es gab 156 Linien- und 37 leichteJnfanterieregimenter, außerdem noch folgende Infanterieregimente,:: vierSchweizer, ein spanisches, sechs kroatische, ein illyrisches, vier Etrangers,drei portugiesische und vier polnische; und dann auch noch einzelne Ba-taillone: die Colonialtruppen, die Gebirgsjäger, die Pionniere, dieDepartementalreserve.
Bei dem. angeborenen Talente der Franzosen zum Kriegsdienste hieltes nicht schwer, daß die Infanterie, obschon sie zu neun Zehntheilenaus Conscribirten bestand, bald ziemlich taktfest im Felde wurde. Andersaber war es mit der Reiterei, denn es ließ sich wol eine große AnzahlPferde auftreiben, dem Ackerbau, sogar den Posten wegnehmen: aberdiese Pferde wurden in Unzahl bereits dienstuntauglich, bevor sie zu denRegimentern kamen. Fehlte es an guten, wohleingeschulten Pferden, sofehlte es fast noch mehr an guten Reitern, denn der Cavallerist brauchtseine bestimmte Zeit, um auch nur ordentlich reiten, geschweige sei-nen vollen Dienst zu erlernen. Die Cavallerie Napoleons im Jahre1813 war daher lange der nicht gleich, welche 1812 in Rußland er-froren war und stand weit unter jener der Verbündeten, mit Ausnahmeder, um welche man die Armee iy Spanien geschwächt hatte.
Am 17. April kam Napoleon zu Mainz an, blieb dort bis zum