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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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262
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262 Die Soldaten der Republik

Am 31. Mai bezog die verbündete Armee die verschanzte Stellung beiPülzen.

Napoleon schickte, nachdem er sich von der neuen, nicht erwar-teten Richtung des Rückzuges der verbündeten Armee überzeugt hatte,einen Theil seiner Truppen nach Brcslau, welches der preußische Ge-neral Schüler von Senden vergeblich zu retten suchte, mit demandern Theile folgte er behutsam, fast unschlüssig nach. Waffenstill-standsuntcrhandlungen waren auf Oesterreichs Anregung seit mehrernTagen eingeleitet und am 4. Juni, demselben Tage, an welchem-low den von Napoleon nach der Schlacht von Bautzen gegen Ber-lin gesendeten Marschall Oudinot bei Luckau schlug, kam zu Poisch-witz Waffenruhe bis zum 20. Juli und auch noch sechs Tage darüberfür die Aufkündigung zu Stande. Die Franzosen mußten in Folgederselben Breslau wieder räumen und bis hinter die Katzbach zurück-gehen; die genannte Stadt und ein Landstrich zwischen beiden Armeenwurde für neutral erklärt.

Während des Waffenstillstandes weilte Napoleon mit Ausnahmeeiner kurzen Reise nach Mainz, um seine Gemahlin, die Kaiserin Ma-rie Luise zu sehen, beständig in Dresden. Er beschäftigte sich mitdiplomatischen Unterhandlungen, mit der Regierung seines noch immerunermeßlichen Reiches, und vorzüglich mit der OrganisirUng einer Hee-resmacht, groß genug, den bevorstehenden Kampf mit gutem Erfolgeauszufechten. Häufig machte er Ausflüge in die Umgegend, sie zu be-sichtigen, und an den geeigneten Orten die Anlegung von Schanzen,Straßen oder Brücken zu befehlen').

Während die Waffen in Deutschland bis Mitte August ruheten,wurde in Spanien mit größerer Erbitterung als je gekämpft. ImFrühlinge des Jahres 1813 war die französische Armee gegen 100,000Mann stark, von denen der Marschall Suchet etwa 25,000 im Ostenbefehligte, 75,000 Mann aber unter dem Könige Joseph in Castilien

l) Sehr interessante Details über Napoleons Aufenthalt in Dresden, so wieüber die Art seines Seins und Lebens in jener Zeit findet man in OdclebensNa-poleons Feldzug in Sachsen im Jahre 1813."