264 Die Soldaten der ktepublik
Haber seiner schlesischen und seiner Nordarmee nur die zwar hohen, aberdoch untergeordneten Talente eines Macdonald, eines Oudinot,^ eines Ney, eines Bandamme, an deren Namen sich im Jahre 1813> der Verlust großer, entscheidender Schlachten knüpft.
Der Congreß zu Prag zerschlug, ohne daß es auch nur zu eigent-lichen Unterhandlungen kam, sich über die Borfrage, wie unterhandeltwerden solle. Schweden war schon vorher der Coalition beigetreten,jetzt that es auch Oesterreich. Der riesenhafteste Kampf, den Europaseit den Tagen Attilas, Aetius und den katalaunischen Feldern gesehenhat, begann.
Die französische Armee in Deutschland war im August 1813 300,000Mann stark, wobei die vielen Festungsbesatzungen durchaus nicht ge-rechnet sind, da ja diejenigen, welche hinter den Linien der verbünde-ten Armeen lagen, eine der Starke der Besatzungen entsprechende An-zahl Truppen beschäftigten und für den eigentlichen Kriegsschauplatz un-wirksam machten. In den Reihen des französischen Heeres kämpftennoch die Truppen der Rheinbundfürsten, und auch der kühne Reiterge-neral Murat langte wieder bei demselben an.
Die Verbündeten waren im August der französischen Armee umein Viertel überlegen, welches Viertel später auf ein Drittheil stieg.Diese Heeresmacht war in drei große Massen vertheilt: die böhmische,welche die stärkste war, die schlesische unter Blücher, die zunächst zumSchutze von Berlin bestimmte Nvrdarmee unter dem Kronprinzenvon Schweden und unter Bülow. Oberbefehlshaber über das Ganzeund unmittelbar über die böhmische Armee war der österreichische Feld-marschall Fürst Karl von Schwarzenberg.
Abgesehen, daß die Verbündeten an Streiterzahl überlegen waren,hatte die Lage Napoleons noch andere wesentliche Nachtheile. SeinKriegstheater, Sachsen, war auf zwei Seiten von feindlichen Ländern,Böhmen und die Mark Brandenburg überflügelt, dann aber hatte ernicht die geringste Aussicht, einen seiner Gegner zum Separatfrieden zuzwingen, denn es gab keinen nahen Gegenstand des Angriffs, dessenBesitz einen entscheidenden Einfluß geäußert haben würde. Gesetzt auch,Napoleon hätte sich Berlins bemächtigt, so würde er Sachsen verlo-