' und des Kaiserreichs. 2?3
auf dem linken Ufer der Pleiße fechtenden Truppen der Verbündetenvon denen auf dem rechten völlig zu trennen. Zu dem Ende schickte ereinen seiner besten Reitergenerale, den kühnen Letort, mit polnischenLanciers und französischen Gardedragonern gegen Gröbcrn und folgtemit zahlreichem Fußvolke und der alten Garde in Person (ein Beweis,daß es Entscheidung galt) nach. Aber der Fürst Schwarzenberg,der auf dem rechten Ufer der Pleiße vom Kirchthurme von Gautsch ausdie einige Zeit wegnehmenden Einleitungen zum entscheidenden Angriffebemerkt und ihren Zweck richtig erkannt hatte, ließ sofort die Cürassier-division Nostitz, der die Infanteriedivisionen Bianchi und Weißenwolfnachfolgten, nach dem rechten Ufer der Pleiße marschiren, und verfügtesich in Person dahin. So kam es, daß der kühne Angriff Letorts,der nach Durchbrechung der russischen Cürassierdivision Lewaschoff bisGröbcrn vorgedrungen war, an dem standhaften Widerstände der zurrechten Zeit anlangenden österreichischen Cürassierdivision Nostitz scheiterte.Der erste Versuch Napoleons, einen entscheidenden Sieg zu erringen,war fruchtlos gewesen. ,
Er befahl den zweiten Versuch, und nun trat der Augenblick derhöchsten Gefahr für die böhmische Armee ein. Dem Könige Muratgebot er, das Centrum zu durchbrechen, gebot es, als eben die österrei-chische Reserve über die Pleiße herüberzukommen begann. Victor undOudinot, und die ganze Reserveartillerie Drouots') bearbeitetendas schon seit dem Morgen im Centrum der Verbündeten kämpfenderussische Corps des Prinzen von Würtemberg auf das Furchtbarste.Da brach plötzlich bei dem Wäldchen östlich von Wachau^) der Reiter-könig Murat an der Spitze von einem sächsischen und sechs französi-schen Cürassierregimentern, in zwei Treffen getheilt, hervor, durchbrachdie Schlachtlinie, warf die leichte russische Gardcdivision über den Hau-fen, warf die russischen Cürassiere D uka's, stürmte unaufhaltsam gegenGüldengossa, gegen den Hügel vor, wo die Monarchen von Rußland
>) Drouot war der frömmste französische Artillcriegencral, wenigstens trug erimmer eine Bibel bei sich. Er war ein bescheidener, braver Mann.
2) Jetzt giebt es keine Spur mehr von diesem Wäldchen.
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