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und Preußen mit dem Fürsten Schwarze nberg hielten. Das Cen-trum war durchbrochen und der Sieg hatte sich auf die Seite der Fran-zosen geneigt, wäre nicht ein einziger, kleiner Umstand gewesen. M er-rat hatte wider alle Reitergeneralserfahrung sich von seiner ungestümenHitze fortreißen lassen, gleich anfangs zu schnell zu traben. Dadurchkamen Pferde und Menschen athemlos am Ziele an, und es genügteeine verhältnißmaßig geringe Macht, den gewaltigen Reitersturm, unterwelchem die Erde zu erzittern schien, zu brechen. Der Fürst Schwar-ze nberg zog selbst den Degen und führte mit dem Grafen Orloffdas Leibgardekosakenregiment gegen die vordersten Reiterhaufen des Fein-des, dem zugleich das ncumarkische Dragonerregiment in die Flanke fiel.Die französischen Cürassicre wichen zurück, die Schlacht war gerettet.
Das waren die zwei wesentlichen Momente der Gefahr für dieböhmische Armee gewesen. Der Kaiser Napoleon hatte zwar in demnahen Leipzig am Nachmittage mit allen Glocken lauten lassen, als habeer einen großen Sieg erfochten, aber er hatte nur eine Vertheidigungs-schlacht gewonnen und keineswegs solche Vortheile errungen, wie er siein seiner Lage brauchte.
Lindenau war von dem General Bertrand mit seinem Corpsgegen alle Anstrengungen der Oesterreichs unter dem FeldzeugmeisterGyulay standhaft behauptet worden. Möchte Marmont gegen Blü-cher bei Möckern eben so glücklich gewesen sein, so würde vielleicht derbehutsame Kronprinz von Schweden, der sich geweigert hatte, amSchlachttage des 16. Octobers mitzuwirken, es auch am 18. nicht ge-than haben und Napoleons Herrschaft in Deutschland wäre sobaldnicht gestürzt worden. Marmont aber verlor, obschon seine Truppenmit außerordentlicher Tapferkeit fochten, obschon seine Anordnungensämmtlich zweckmäßig waren, das Treffen bei Möckern, welches verhält-nißmäßig viel blutiger war als die Schlacht von Wachau'). Jetzt erst
l) Das erste preußische Armeecorps (dort), welches das Corps Marmonts nachlangem Kampfe überwältigte, zählte am Morgen des 16. October 21,660 Streiterunter Waffen, am Abend kaum 15,666. Das Bataillon des Majors Krosigk, wel-cher selbst blieb, war am Morgen S97 Mann stark, am Abend waren nur noch 166übrig.