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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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276
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276 Die Soldaten der Republik

zu entscheiden. Wahr, wenn die Heere aller Verbündeten an der Haupt-schlacht Theil nahmen, so kämpften 300,000 Mann gegen ihn. Alleines war für ihn gar nicht gewiß, daß der Kronprinz von Schwe-den an der Schlacht Theil nehme, daß die polnische Armee von Dres-den her zu ihr eintreffen werde; zwei günstige Falle, die gar leicht hat-ten eintreten können'). Lieferte Napoleon die Schlacht am 18. nicht,so führte der Rückzug ihn um so mehr bis an den Rhein, da Baiernam 8. October dem Bunde wider ihn beigetreten war und eine 60,000Mann starke Armee unter dem bairischen General derCavallerieWredeund unter dem österreichischen Feldmarschalllieutenant Fres nel vom Jnngegen den Main im Anmärsche war. Der Rückzug hatte daher Na-poleons Lage nicht nur nicht verbessert, sondern verschlimmert. Ge-lang es ihm dagegen, die verbündeten Heere noch einmal zu trennen,so würde er nach der Elbe marschirt sein, sich um die Besatzungen vonDresden, Torgau, Wittenberg, Magdeburg und Hamburg verstärkt,sein Materiale und seinen Schießbedarf ergänzt haben und furchtbarerals je geworden sein. Die Schlacht am 18. lpar der letzte Versuchgewesen, die Herrschaft von Deutschland zu behaupten und die Elbfe-stungcn zu entsetzen, und was würde in Frankreich die öffentliche Mei-nung gesagt haben, wenn Napoleon diesen Versuch nicht gewagt ha-ben würde! Betrachtet man daher die Größe des Gegenstandes, umwelchen es sich handelte, den Charakter Napoleons und des französi-schen Volkes, so kömmt man zu dem Schlüsse, daß die Schlacht vom18. für ihn eine Nothwendigkeit gewesen sei").

1) Der Kronprinz von Schweden hatte als Bedingung seiner Theilnahme ander Schlacht verlangt, daß Blücher das ihm untergegebene russische Corps Langc-rons unter seine Befehle stelle. Wenn nun Blücher dieses Ansinnen verworfen hätte,würde Bernadotte dann am 18. auch an der Schlacht Theil genommen haben?

2) Odeleben sagt in seinem mehrerwähntcn Werke S. 215:Wenn der Kaisernun am Tage nach der Schlacht (vom 16.) den Boden seines erträumten Siegespreisgab, so mußte die ganze Welt sagen, er sei geschlagen worden. Vorwärts zudringen, war eben so schwierig, denn die Munition nahm ab, die Truppen hattenaußer einigen wenigen Erdbirnen keine Lcbensmittel, die ohnedies in den vom Feindebesetzten Gegenden immer seltener geworden waren. Eben so hätte er bei jedem Bor-schritte Leipzig aufgegeben, das eben so leicht weggenommen und verwüstet werden