Buch 
Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
Entstehung
Seite
279
JPEG-Download
 

und des Kaiserreichs.

279

der Schlacht war überaus einfach. Die Franzosen wurden von der i

Uebermacht der Verbündeten aus den vorliegenden Dörfern langsam auf !

ihre Hauptstellung zurückgedrängt, worauf die Angriffe aus diese selbstbegannen. Um den Anlehnungspunkt des französischen rechten Flügelsan die Pleiße wurde vom Morgen bis zur Nacht gekämpft, ohne daßdie Oesterreicher im Stande gewesen waren, denselben dem tapfern Po-niatowsky zu entreißen. Die zweite Hauptcolonne der Verbündetenunter Barklay vertrieb die Franzosen aus Zuckelhausen, Liebertwolk-witz, Wachau und von dem Höhenzuge bei Mcusdorf. Nachmittagsum zwei Uhr begannen die preußischen Brigaden des Prinzen August jund des Generals Pirch und des zweiten russischen Jnfanteriecorps des !Prinzen Eugen von Würtemberg den Sturm auf Propstheida, ^welcher durch eine- außerordentlich heftige Kanonade eingeleitet wurde.Dieses Dorf lag am Scheitelpunkte des ausspringendcn Winkels derfranzösischen Aufstellung, zu welcher es den Schlüssel bildete, und wurdevon dem Corps des Marschalls Victor und einem Theile des Corpsdes Divisionsgenerals Lauriston vertheidigt. Die Preußen und Rus-sen vermochten das Dorf nicht zu nehmen, aber die Franzosen auch ^nicht aus demselben vorzubrechcn; sie versuchten es zweimal, wurden I

aber jedesmal durch das schreckliche Feuer der Verbündeten daran ge- !

hindert. Es geschahen diese Versuche der Franzosen, aus Propstheida ^vorzubrechcn, unter dem Schutze der gesammten Reserveartillerie, welche >der Kaiser Napoleon um fünf Uhr hatte vorrücken lassen. Die Ruf- !sen und Preußen stellten auf Befehl der Monarchen selbst die Angriffeauf Propstheida ein, zogen sich aus dem Feuer, und die Schichtlinie ^stellte sich weiter rückwärts auf. Groß waren die Opfer, welche beidiesem Dorfe gebracht wurden, und schauerlich das Schauspiel: dreihun-dert Kanonen der Verbündeten und Franzosen donnerten hier gegenein-ander, Berge von Leichen waren an den Eingängen des Dorfes auf-gethürmt, Propstheida stand in Flammen, welche die Verwundeten ver-zehrten, die in die Häuser gebracht worden waren.

höchstens 130,000 Franzosen. Zugleich mag hier bemerkt werden, daß die französi-sche Infanterie in der Schlacht von Leipzig statt wie bisher in drei, nur in zweiGliedern stand.