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278 Die Soldaten der Republik
Wachau sehr stark besetzt. Den linken Flügel befehligte Ney, den rech-ten König Murat.
Napoleon hatte gehofft, daß entweder die Nordarmee oder dieschlesische Armee auf dem rechten Ufer der Parthe bleiben würde. Daaber der größere Theil der schlesischen Armee') und die ganze Nordar-mee nach dem linken Ufer der Parthe gingen, so gab es keine strategi-sche Combination mehr, welche Napoleon den Sieg verschaffen konnte.Es mußte der Tapferkeit seiner Truppen überlassen bleiben, sich zu hal-ten, und dem Glücke anheim gegeben werden, ob die Verbündeten solcheFehler begehen würden, daß er der Schlacht eine entschieden günstigeWendung doch noch geben könne.
Die Verbündeten begingen aber keine solchen Fehler, obschon manauch andererseits nicht sagen kann, daß sie Wunder wirkten, denn ih-ren 278,000 Mann standen nur 130,000 Franzosen gegenüber unddiesen konnten sie am 18. eben nicht allzuviel anhaben °). Der Verlauf
1) Das Corps Langerons, welches Blücher zwar dem Kronprinzen von Schwe-den übergab, aber den unmittelbaren Befehl über dasselbe übernahm. Das CorpsSackens stand am rechten Ufer gegen Dombrowsky und Arrighi, und das durch dieSchlacht von Möckern sehr gelichtete Corps Joris bei Eutritsch als Reserve.
2) Die Zahlenverhältniffe waren folgende: Die Verbündeten hatten sechs Haupt-angriffscolonnen gebildet. Die erste unter dem Erbprinzen von Hessen-Homburg:10,WO Oesterreich»; die zweite unter Barklay de Tolly: 55,000Preußen und Rus-sen; die dritte unter Bennigsen'): 50,000 Russen, Oesterreich» und Preußen; dievierte unter dem Kronprinzen von Schweden: 100,000 Russen, Schweden und Preu-ßen"), alle diese vier Colonnen auf dem linken Ufer der Parthe und rechten derPleiße; die fünfte Colonne unter Blüchers Oberbefehl am rechten Ufer der Parthe:25,000 Russen und Preußen; die sechste unter dem Feldzeugmeister Gyulay anfangsam linken Ufer der Elster, dann von dem Fürsten Schwarzcnberg über Gröber» zurHauptarmes ^berufen: 8000 Oesterreich» und Russen. Summa: 278,000 Mann. —Die französische Armee war am 10. October 170,000 Mann stark gewesen, hattean diesem Tage 20,000 Mann verloren, folglich blieben zur Schlacht vom 18. Oc-tober 150,000 Mann. Nun hatte aber Napoleon am 18. das Corps Bertrand unddie Division Guilleminot, mindestens 15,000 Mann, nach Weißenfels geschickt; fer-ner waren die zwei Divisionen jung» Garde, welche jetzt unter Mortier Lindenaubesetzten, so sehr sie auch am 16. geschmolzen waren, doch noch wenigstens 4000Mann stark, folglich fochten gegen die Armee der Verbündeten vorwärts Leipzig
'> Zu dieser Colonne gehörte die polnische Armee, das Corps Klcnaus, die Brigade Ziechen.
'0 Bei dieser Colonne befand sich das Corps Langerons von der schlesischen Armee, bei wel-chem Blücher in Person sich befand.