284 Die Soldaten der kepublik und des Kaiserreichs.
Nur 60,000 Mann kehrten von dem gewaltigen Heere, das er im Au-gust gehabt, über den Rhein zurück.
Am 5. November zog der Kaiser Alexander von Rußland, amTage darauf der Kaiser Franz von Oesterreich in Frankfurt, jenerStadt ein, wo er einundzwanzig Jahre früher zum römisch-deutschenKaiser gekrönt worden war. Allgemein hoffte man auf Wiederherstel-lung des deutschen Reiches, die jedoch eine Unmöglichkeit war, weil denKönigen von Baiern und von Würtemberg, und überhaupt den Für-sten, die dem Bündnisse gegen Napoleon beigetreten waren und frü-her zum Rheinbünde gehört hatten, der Fortbesitz der vollen Souverai-netat zugesichert worden war. Im November 1813 war Deutschlandfrei bis an den Rhein, das Königreich Westphalen war zertrümmert,und die vertriebenen Fürsten, der Kurfürst von Hessen, der Herzog vonBraunschweig, der Herzog von Oldenburg, kehrten unter dem Jubelihrer altgetreuen Unterthanen zurück.
Was die Elbfestungen betrifft, so ergaben sich im Jahre 1813Dresden am 11. November, Torgau am 26. December; im Jahre 1814wurde Wittenberg am 13. Januar erstürmt, Magdeburg und Hamburgergaben sich erst, als Ludwig XVIII. bereits auf den Thron seiner Va-ter zurückgekehrt war.
Wahrend die böhmische und schlesische Armee am Mittel-und Ober-rheine der wohlverdienten Ruhe pflegten, führte Bülow einen schönenFeldzug in Holland. Schon am 16. November hatte das Volk zu Am-sterdam sich erhoben, und im Anfange des December kehrte das HausOranien, dem die Souverainetat übertragen wurde, nach Holland zu-rück. England schickte 6000 Mann Hülfstruppen unter Graham, demEroberer von St. Sebastian. Inzwischen hatte Bülow Städte und Fe-stungen erstürmt, stand am Ende des Jahres an der Waal und Maas,so daß Holland für Frankreich verloren war und alle seine Streit- undGeldmittel gegen dasselbe verwenden konnte.
Das Jahr 1813 hatte Napoleons Herrschaft in Deutschlandgestürzt, das Jahr 1814 sollte auch die Kronen von Frankreich undItalien von seinem Haupte reißen.