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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der Republik

Brief an ihn schrieb, aufgestachelt, entwickelte Augereau eine großeThätigkeit. Jetzt war aber die verlorene Zeit nicht wieder einzubringen.Sein rechter Flügel unter Marchand hatte den Oesterreichern am 1.März das Treffen bei St. Julien geliefert und traf am 3. vor Genfein, welches aufgefordert wurde. Graf Bub na ertheilte eine abschlä-gige Antwort, obschon seine Lage sich dadurch verschlimmerte, daß A ti-gerest: den General Musnier über Lons-le-Saulnier nach Nyon inder Waadt schickte, welchem die Division Pannatier und die Reitereides Generals Digeon folgen sollten. '

Aber Augereau rief diese Truppen wieder zurück, denn er hatteinzwischen den Entschluß gefaßt, nicht in der Schweiz vorzudringen,sondern die Festungen Auxonne und Besanyon zu entsetzen und nachEinnahme von Genf durch den General Marchand mit ganzer Machtgegen den Oberrhein vorzudringen. Die Ausführung dieses neuen Pla-nes sollte am 5. März beginnen und würde, wenn sie gelang, die Haupt-armee unter dem Fürsten Schwarzenberg von allen ihren Verbin-dungen abgeschnitten und wahrscheinlich ihren Rückzug an den Rheinzur Folge gehabt haben. Schon aber waren die Spitzen des ersten Ar-meecorps unter Bianchi, welches der Fürst, dieser Gefahr zu begeg-nen, von Troyes gesendet hatte'), am 26. Februar zu Dijon eingetroffen.Bianchi vereitelte durch die-Zweckmäßigkeit seiner Anordnungen unddurch die Raschheit der Ausführung um so mehr alle Absichten Auge-reaus, da der General Marchand Genf nicht hatte wegnehmen kön-nen, und da der Erbprinz von Hessen-Homburg mit den Re-serven über Dole auf der Straße von Lons-le-Saulnier vorrückte. Am7. März erhielt die verbündete Südarmee, welche lediglich aus Oester-reichern bestand, ihre Eintheilung und war 43,060 Mann stark. DerErbprinz führte den Oberbefehl.

Augereau hatte den Rückzug von Lons-le-Saulnier nach Lyon an-getreten. Am 10. März traf das erste österreichische Armeecorps unterBianchi bei Macon ein, schlug am nächsten Tage bei dieser Stadtden General Musnier und vereinigte sich darauf mit den Truppen des

1) Vergleiche Seite 291 dieses Bandes.