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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der klrpublik

fische Armee war bei seiner Rückkehr 115,000 Mann auf dem Papierestark, von denen nur 93,000 unter Waffen waren. Zehn Wochen spa-ter, am 1. Juni, bestand die Armee unter Waffen aus 217,000 Mann;sie war also nur um 124,000 Mann vermehrt worden. Das ist fürdie Kräfte Frankreichs sehr wenig. An für den Krieg ausgebildetenLeuten fehlte es nicht, denn die französischen Soldaten im Jahre 1814,die Napoleon theils unter seinem eigenen Befehle hatte, oder die un-ter Augereau, unter Maison, unter Soult, unter dem Vicekö-nige von Italien kämpften, sammt den Festungsbesatzungen, betrugengewiß 300,000 Mann, und 100,000 Mann waren zuverlässig aus derGefangenschaft zurückgekehrt. Es gab mithin im März 1815 in Frank-reich 400,000 fertige Soldaten, das heißt, solche, die schon Dienst undKrieg kennen gelernt hatten.

Zwar sollen sich, wie Napoleon selbst sagt'), am 1. Juni150,000 Mann noch in den Depots befunden haben: aber sie konntenweder vollständig equipirt noch armirt, und überhaupt nicht marsch-fertig gewesen sein, sonst wären sie gewiß in Marsch gesetzt worden,und Napoleon wäre in den Niederlanden) wo die nächste Entschei-dung lag, mit einem ungleich größeren Heere aufgetreten. Auch sprichtNapoleon von eineraußerordentlichen Armee" von 190,000Mann,Nationalgarden und Marinetruppen, welche zur Besetzung der 90 festenPlätze Frankreichs bestimmt war: aber was davon je unter Waffen ge-wesen, weiß man nicht. Bis zum I. October wollte er seine Armeebis auf 800,000 Mann vermehren "): aber da ihm hiezu nicht die Zeitblieb, mag auch nicht untersucht werden, ob es ihm gelungen wäre.Als Thatsache steht fest, daß die Armee im Felde im Juni nur 217,000Mann stark war.

Diese active Armee war Ende Mai so vertheilt: I) die Nordarmee,

1) IVIeinoires pour servil' » 1 liistoire <ie b'rience e» 1815.

2) Namentlich wollte er im Juli von den Kammern eine Aushebung von 25»,»»»Mann verlangen. Im Juli, d. h. in der Hoffnung, zuvor Wellington und Blüchervöllig aus dem Felde geschlagen zu haben.