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vordrangen und die Franzosen mit dem Bajonette aus St. Amand-la-Haye vertrieben. Dagegen mißlang der Angriff der Brigade des Ge-nerals Tippelskirch über Wagnele gänzlich und man mußte sich be-gnügen, St. Amand-la-Haye zu behaupten. Blücher ließ die Bri-gade Steinmetz, welche sehr gelitten hatte, bei Bry sich als Reserveaufstellen und kehrte, es war fünf Uhr des Nachmittags, von St.Amand-la-Haye nach der Windmühlcnhöhe bei Bussy zurück.
Ligny wurde von dem vierten Corps des Generals Geratd an-gegriffen, und zwar etwas später als St. Amand. Um fünf Uhr desNachmittags waren die Franzosen noch nicht einmal im Besitze desganzen, am rechten Ufer des Baches liegenden Dorfes Ligny, in dessenStraßen ein erbitterter Kampf mit Fcuergewehr, Kolben und Bayonnctwüthete. Gegen den linken Flügel der Preußen stellte Napoleon dieCavalleriecorps der Generale Pajol und Excelmans nebst einigemFußvolke auf. Diese Truppen standen im Haken zu dem Corps Ge-ralds, und es wurde das Gefecht sehr lau von Seiten der Franzosengeführt, weil hier die Entscheidung nicht lag.
So stand die Schlacht um fünf Uhr des Nachmittags, und es warNapoleon im Vortheile gegen Blücher, weil dieser seine Kräfte zurasch verwendet, jener aber viele Reserven hatte, die noch nicht gefoch-ten. Um halb sechs Uhr ließ Napoleon eben seine Garde näher anLigny rücken, als von Vandamme plötzlich die Meldung einlief, eine30,000 Mann starke Colonne, offenbar eine feindliche, ziehe in derRichtung auf Fleurus heran. Napoleon ließ seiner Garde die Be-wegung gegen Ligny einstellen, bis sich aufklärte, jene gefürchtete Co-lonne sei das erste Corps des Grafen Erlon, das drei Stunden hinterQuatrebras als Reserve Neys gelassen worden war und jetzt herbei-eilte, um an der Schlacht von Ligny Theil zu nehmen. Es traf aberauch zu dieser nicht mehr rechtzeitig ein und hatte sonach einen zweck-losen Spazicrgang gemacht.
Blücher dagegen hoffte fortwährend auf das Eintreffen der Eng-länder und lebte der Zuversicht, er werde, falls sie auch nicht kämen,sich doch bis zur Nacht behaupten. Die Angriffe bei St. Amand aufden linken Flügel der Franzosen unter Vandamme wurden mit der