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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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vie Soldaten der kepublik

größten Heftigkeit erneuert und derselbe etwas zurückgedrängt, so daß jNapoleon eine Division junger Garde und die Cavalleriebrigade desGenerals Colbert zur Unterstützung sandte. In Ligny tobte ein wü-thender Kampf ohne Entscheidung fort. Es war sieben Uhr des Abendsgeworden.

Blücher glaubte in der französischen Armee eine rückgängige Be-wegung bemerkt zu haben und führte in Person einen Angriff gegenden linken Flügel der Franzosen unter Bandamme an, der von nun.an in der Vertheidigung blieb. Ein Angriff, den General Thielmanngegen den rechten Flügel der Franzosen unternehmen ließ, mißlang.

In Ligny raste der Kampf fort, aber schon schickte, es war acht Uhrdes Abends geworden, der General Krafft an den Feldmarschall Blü-cher die Meldung, es würde ihm unmöglich sein, sich viel länger zubehaupten. Die preußischen Truppen waren von dem langen Kampfean einem heißen Sommertage überaus erschöpft. Napoleon kam mitseinen Garden bei Ligny an, um halb neun Uhr des Abends griffenacht Bataillone der alten Garde das Centrum der Preußen an unddurchbrachen es durch die Eroberung von Ligny. Gegen die aus demDorfe verbrechenden Franzosen schickte Blücher den OberstlieutenantLützow mit dem sechsten Uhlanenregimente, aber es mußte zurück undsein Anführer wurde verwundet und gefangen. Jetzt griffen das erste "westpreußische Dragonerregiment und das kurmärkische Landwehrregimentan, aber mit gleich schlechtem Erfolge, denn die Kürassiere Milhaudssielen ihnen in die Flanke und trieben sie zurück. Immer mehr preu-ßische Schwadronen sammelten sich, da sie aber einzeln angriffen,richteten sie nichts aus. Endlich fetzte der Heldengreis Blücher sichin Person an die Spitze der geworfenen Cavallerie und führte sie ge-gen den Feind; die französischen Kürassiere warteten den Anlauf ruhigab, schössen ihre Karabiner ab, und die preußische Reiterei mußte aber-mals zurück. Blüchers Pferd erhielt einen Schuß, jagte im rasendenRennen eine kurze Strecke, stürzte dann todt zu Boden. Der alte Feld-marschall lag unter demselben, aber die verfolgenden Cürassiere achteten,Dank seiner unscheinbaren Tracht, nicht auf ihn. Der Adjutant No-stiz war allein bei dem alten Helden und half ihm unter dem todten