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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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359
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und des Kaiserreichs. 359

stehend. Den Raum zwischen dem linken und rechten Flügel der Preu-ßen deckte die Reservecavallerie des Prinzen Wilhelm und hielt stand-haft im furchtbarsten Kanonenfeuer aus. Napoleon hatte im Laufedes Gefechts noch mehr Truppen der Garde zu Fuß nach Planchenoissenden müssen, und es blieben ihm nur sechs Bataillone derselben zurVerwendung gegen die englische Armee. Vielleicht hatte Napoleondie Schlacht bis zum Einbrüche der Nacht halten können, wenn nichtgegen sieben Uhr das erste preußische Armeecorps auf dem rechten, daszweite auf dem linken Flügel Bülows angelangt wäre.

Napoleon hoffte, nachdem er Planchenois gesichert zu habenglaubte, Zeit gewonnen zu haben, um das englische Centrum doch nochzu durchbrechen. Gegen sieben Uhr hatte die französische Reiterei vorihren Angriffen nachgelassen und sammelte sich in der Vertiefung vonder englischen Stellung rechts der Straße von Quatrebras. Um die-selbe Stunde bildete das Corps des Grafen Reille Angriffscolonnenmit der Richtung über Hougomont;, dasselbe thaten links und rechtsder Straße von Quatrebras drei Divisionen des Corps des GrafenErlon, und die vierte (Durutte) gegen die Höfe vor dem linkenFlügel der englischen Stellung, welche sie wegnahm. Wellingtontraf seine Gegenmaßregeln: da rückten vier Bataillone der alten Gardevon Ney, Friant und Michel geführt, und von vier Batterien derGarde unterstützt, links von La-Haye-Sainte die Höhe hinan und war-fen die Braunschweiger zurück. Wellington ließ sechs Bataillonevorrücken und Bataillonssalven geben. Friant wurde schwer verwun-det'), Michel siel, aber die Stimme des Generals Poret de Mor-van befeuerte die Bataillone der alten Garde, und sie setzten ihren An-griff fort. Ney, dem sein Pferd erschossen wurde, führte zu Fuße dieGrenadiere an. Die erste Linie der Engländer wurde durchbrochen unddie Franzosen schöpften frohe Hoffnung, weil Napoleon hatte ver-künden lassen, Grouchy nahe.

I) Es gab selten eine Schlacht, der Friant beiwohnte und in welcher dieseralte, tapfere Degen nicht verwundet wurde. Sein Unglück in der Beziehung warso sprichwörtlich wie das des Generals Rapp.