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Mein Herr ist sehr besorgt um seine Kinder und behandeltsie sehr artig. Er sowohl als sein Herr Vater zeigen einehöhere Bildnng in ihrem Benehmen. Letzterer war einst Obersteines DragoncrrcgimentS unter Napoleon, und ist während desKrieges lange in Deutschland gewesen. Er hat ein sehr würdigesund edles Aussehen, zu welchem der große Orden im Knopf-loch auch etwas beiträgt. Er versteht sich auf Alles; er gibtselbst der Köchin an, wie sie die Konfitüren machen soll. Er istso reinlich und sorgsam in allen seinen Sachen, wie eine alteJungfer. Sein Zimmer ist auch immer anf's Schönste aufge-räumt.
Die Dame des Hauses ist die Tochter eines reichen Mar-quis, der hier wohnt. Sein Haus und Garten bilden dasschönste Anwesen allhicr. Die DaMe ist sehr artig mit mir.Sie behandelt mich mehr als Erzieherin denn als Kindcrwärterin.Letzthin fragte sie mich, ob ich noch eine Mutter habe? Als ichdieß verneinte, drückte sie mir die Hand und sagte, daß sienun diese Stelle bei mir ersetzen wolle. Ich habe mich darübergefreut. Doch will ich mich nicht auf Menschen verlassen, son-dern meine Zukunft in Gottes Hand legen. Madame beschäf-tigt sich meist mit feinem weißen Stricken und mit der Wollen-stickcrei.
Den Adel meiner Frau bezeichnet nichts im Anzug, alseine prachtvolle Uhr mit Kette, die sie nachlässig an der Schurzebefestigt hat. Im Allgemeinen bemerke ich, daß die Franzosenzu Hause in ihrem Anzug sehr nachlässig sind. Aber wenn sieausgehen, kleiden sie sich gern prachtvoll. Die Kinder werdendann mit Dalencienncr Spitzen und Stickereien förmlich über-laden.
Die Dienerschaft besteht, nebst mir, aus einer Amme fürdas Kind, das ich zu Pflegen habe, einer Köchin, einem Gärt-ner, welcher der Mann der Köchin ist, und einem Gärtner-