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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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21
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Die Eiszeit oder das Diluvium. 21

rücken blieben die alten Anschwemmungen erhalten ^Deckenschotter).In dieser Zeit floss der Rhein durch das Klettgau. Flora und Faunader Schweiz von damals sind uns noch unbekannt.

Zum zweiten Mal rückten die Gletscher vor. Die Thäler wurdenbis auf etwa ioom Höhe mit Kies gefüllt und darüber breitete sich derGletscher aus. Wir wissen nicht, wie weit er reichte. Beim Zurück-gehen des Eises begann die Erosionsthätigkeit wieder. Die Wasserschneiden sich ein, lassen aber an manchen Stellen Schotterfetzenstehen (Hochterrassen). Der Rhein scheint damals durch das Rafzerfeldgeflossen zu sein. Die Linth nahm nun ihren Lauf durch das alteSihl -, das heutige Ziirichseethal. Ihr zum Glattthal gewordenes Stamm-thal widerstand der Erosion und es bildeten sich die Schieferkohlen.F>ie Sihl floss von Schindellegi an westwärts der Reuss zu. Derletzte Vorgang dieser zweiten Interglaciärzeit dürfte die Lössablagerunggewesen sein.

Wieder rückten die Gletscher vor und vor ihnen lagerten dieFlüsse Geschiebe ab. Auf der Linie Schaffhausen BiilachKillwangen. Mellingen Othmarsingen SeonWangen an derAare machten die Gletscher Halt, während ihre Schmelzwasser dieNiederterrassen erzeugten.

Endlich zogen sich die Eisströme definitiv zurück. Die Sihl veränderte nochmals ihren Lauf und grub sich zwischen Albis und2immerbergkette ein neues Bett; der Rhein schnitt sich zwischenFuchberg und Irchel ein und die Aare floss statt durch das weiteGäuthal bei Aarberg hindurch.

Die Eiszeit war zu Ende; mehr und mehr milderte sich dasKlima. Fauna und Flora änderten ihren Charakter und unser Landerhielt nach und nach seine heutige Gestalt.

2 . Flora und Fauna des Diluviums. Das Klima der Diluvial-zeit werden wir am besten kennen lernen, wenn wir uns die Pflan-zen- und Tierwelt jener Epoche vor Augen führen. Die Reste der-selben sind in den Schieferkohlen und im Grundmoränenlehm derebeneren Schweiz in beträchtlicher Zahl gefunden worden. Waszunächst die Flora des Diluviums angeht, so konnten in den Kohlen-lagern von Wetzikon , Diirnten, Utznach und Mörswil von Heerfolgende Pflanzen konstatiert werden: Die büchte oder Rottanne,verschiedene Föhren, worunter besonders Bergföhren (z. B. die Zwerg-föhre), die Lärche, Eibe, Birke, Eiche, der Bergahorn, die Hasel-nuss. Dazu kommen F'ieberklee, Schilfrohr, Seebinse, Himbeere,Wassernuss u. s. w., ferner zahlreiche Kryptogamen. In der zweitenInterglaciärzeit müssen auch die Tuffe von Flurlingen unfern Schaff-