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Einleitung. Koetümgestaltung im 12. und 13. Jahrhundert.
urthiimlichen Brauche folgend, das Schwert als Hauptwaffe beibe-hielt, sah man sich von vornherein vorzugsweise darauf verwiesen, denKörper für den Nahkampf zu schützen, welchem Zweck der von denrömischen Truppen doch stets nur ausnahmsweise benutzte und, wie esheisst, von diesen auch erst von den alten Galliern entlehnte Ringel-harnisch besonders entsprach. Diese Art der Schutzbewaffnung wardsomit von den germanischen Stämmen vor allem beliebt und in weiteremVerfolg vorzugsweise vervollkommnet. Bereits in dem obengenanntenZeitraum bestand die vollständige Ausrüstung eines ritterbürtigen Kriegers,mit nur gelegentlicher Ausnahme des noch älteren Schuppenpanzers, nächstdem Schild und den Angriffswaffen aus einem den ganzen Körper be-deckenden derartig gebildeten Eisengewand nebst einfachem eisernen Becken-helm (Fig. 10). Und eben diese Ausrüstungsweise erhielt sich auch mitnur wenigen Veränderungen, wie solche im zwölften Jahrhundert auf-
Fi<j. 10.
Fig. 11.
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kamen (Fig. 11), bis über den Schluss des dreizehnten Jahrhunderts, undauch selbst dann noch in weiterer Verbreitung, als man inzwischen schonzur Herstellung einer um Vieles künstlicheren und bequemeren Ring-kleidung geschritten war. Bei jener älteren Ringkleidung nämlich warendie metallnen Ringe, gatoz ähnlich wie die einzelnen Bleche bei denSchuppenhamischen, auf dem zumeist stark ausgefütterten Untergewandeaufgenäht und zwar gewöhnlich dergestalt, dass sie entweder insgesammteinander etwa bis zur Hälfte deckten oder durch Zwischenstreifen von