Die Tracht. Ornat der Geistlichkeit.
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das Aufnelimen zu erleichtern, es an den Seiten aufzuschlitzen oder hier,vermittelst Zugschnüren, zum Aufrollen einzuricliten.
10. Handschuhe (manicae, chirothecae). Diese sollten zufolgeeiner besonderen kirchlichen Verordnung nicht genäht (inconsutilis), sondern■aus dem Ganzen gewirkt sein. Im Uebrigen pflegte man sie gemein-hin von purpurfarbiger Seide zu fertigen und nicht selten oberhalb miteingesticktem Zierrathe, gewöhnlich in Form eines Kreuzes zu schmücken.
11. Der Ring (annulus). Ein mit einem Edelsteine, doch ohnefigürliche Eingravirung, ausgestatteter goldener Reif, der beim Messopferam vierten Finger der rechten Hand getragen ward.
12. Eine Kopfbedeckung (mitra, tiara, infula, phrygium, cida-ris u. a.). Anfänglich nur eine einfache Rundkappe, hatte sich aus undneben dieser bis um die Mitte des zwölften Jahrhunderts diejenige Formherausgebildet, welche dann, wenigstens für die Ausstattung der Bischöfeund Erzbischöfe, mit nur noch geringen Wandlungen der Höhenverhält-nisse und der Verzierung unausgesetzt die herrschende blieb. In dieser Ge-staltung bestand die , f mitra“ in einer inmitten des Scheitelpunkts tiefeingesenkten oder wirklich in zwei Hälften getheilten Mütze, die sichüber der Stirn zunächst ringsum fast senkrecht, dann aber in Form eines
gleichseitigen Dreiecks erhob und hinterwärts, alsFig. 21. Ueberrest der früher üblichen Bindebänder, zwei
gleiche langherabfallende, breite Laschen (infulae)trug (Fig. 21). Nächstdem, dass man sie nachwie vor aus den kostbarsten Geweben, zugleichin schmuckvollster Ornamentirung durch Gold-und Perlstickerei herstellte, auch mit Edelsteinenbesetzte, liess man sich die Ausstattung ihresStirnreifens (circulus), ihres senkrechten Mittel-streifens (titulus) und jener Laschen hauptsäch-lich angelegen sein, sofern man denn diese Theilegewöhnlich noch eigens mit in Gold gefasstenGemmen u. dergl. versah. Doch blieben der-artig geschmückte Mitren (in tiiulo et in cir-culo) stets nur für die höchsten Feste, dagegen fürdie gewöhnlichen Tage eine nur einfache w r eisseMitra und für die dazwischen fallenden Feierneine Mitra in Gold gestickt, doch ohne kostbaren'Stirnreifen (sine circulo) bestimmt.
Ziemlich bis. zu demselben Zeitpunkt , bis zudem die bischöfliche Mitra ihre feststehendeForm erhielt, war für die Kopfbedeckung des Papstes, als desobersten Bischofs, eine davon abweichende, feste Gestaltung und zwar
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