Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
41
JPEG-Download
 

Das Geräth. Musikinstrumente, Fuhrwerke, Kriegsgeräthe. 41

spiele, mit denen zur Belustigung des Volks Gaukler umherzuziehenpflegten, völlig der Willkür anheim gestellt blieben, und solchen, die wiedas Handwerkszeug, das Acker-, Fischergeräth u. dergl. auch

Fig. 32.

schon ihrer Zweckdienlichkeit nach kaum eine Veränderung erfahren konn-

ten, verwandte man seit dem zwölften Jahrhundert vornämlich auch aufdie Herstellung von Wägen und anderweitigen Transportmitteln, sofernenicht auch diese ebenfalls zu niederem Gebrauch bestimmtwaren, ganzbesondere Aufmerksamkeit. Hinsichtlich der baulichen Einrichtung freilichbegnügte man sich auch noch fernerhin selbst bei den eigentlichen Luxus-Wiigen mit den für Wägen überhaupt seither bestehenden Grundformenvon zwei- und vierräderigen Karren mit vierseitigem Wagenkasten , derunmittelbar auf den Achsen ruhte, nebst einfachster Art der Bespannung,daher sich die Sorgfalt denn wesentlich auf die Ausstattung als solcheerstreckte, und sich darin äusserte, dass man theils das Gestell an sichdurch Malerei und Schnitzarbeit zierte, theils den Sitz durch Polster undTeppiche und nicht selten noch überdies durch eine über Reifen ge-spannte mehr oder minder kostbare Plan-Bedachung ausstattete, theilsauch das Gespann durch reiches Geriemsel und Ueberhangdecken aus-schmückte. Ganz deraähnlich verhielt es sich mit der Gestaltung derTragesänften, deren man sich neben den Wägen noch unausgesetzt zubedienen pflegte, und die man für weitere Reisen sogar vorzugsweise be-anspruchte. Zu letzterem Zwecke wurden dann die sonst dazu verwendetenTräger durch zwei eng eingeschirrtePferdeund einen sieleitenden Diener ersetzt.