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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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A. Die Tracht. Frankr., England, Nieder!. Männl. Kleidung (1340). 59

man dazu, ihn höher und höher, ja selbst bis weit über das Knie hinhinaufzurücken, und durch zunehmende Verminderung des Stoffs in Wahr-

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heit stets enger zu beschaffen, was sodaün wiederum mit sich brachte,dass man ihn, leichteren Anziehens wegen, entweder 'längs der Brust oderdes Rückens dementsprechend aufschlitzte und liiqr nun zum Knöpfenoder auch zum Zuschnüren einrichtete (v'ergl. Fig. 34 a.b). Die ErmelHess man theils unverändert, theils jedoch wurden auch sie noch ver-engert und dann zumeist unterhalb ebenfalls geschlitzt und mit kleinenKnöpfchen besetzt, theils aber auch noch beträchtlich erweitert, ja oft biszu langen und faltenreichen Hängeermeln ausgedehnt (Fig. 34). DieKapuze, selbständig oder mit dem Rock : verbunden, behielt man imAllgemeinen bei, nur dass man den.Zipfel derselben nicht unbeträchtlichverlängerte und dass, war sie unabhängig vöm Rock, man deren Kragenund Gesichtsrand zu vielen kleinen Zacken ausschnitt. Auch wurde nundiese Art der Verzierung, welche man noch im vorigen Zeitraum nur sehrbeiläufig anwandte, überhaupt immer gebräuchlicher, so Tlass inan siealsbald nicht mehr allein, wie eben vordem üblich war, nur an dem un-teren Rande des Rocks (Fig. 2 b), vielmehr auch an-den Säumen derErmel, der Schulterstücke, am Halsausschnitt u. s. w. anbrachte (Fig. 34 a).Selbst auch da wenn der Rock mit Pelz verbrämt oder damit gefüttert war,welche so beliebte Ausstattung unausgesetzt in Geltung blieb, pflegte mandiese Verzierungsform hierin wenigstens nachzuahmen (Fig. 34 b).

* Das Obergewand oder Ueberziehkleid wurde allmälig gleichfallsverengert,doch in nur selteneren Fällen gekürzt, so dass es die ihm ein-