A. Die Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. Männl. Kleid.; weibl. Kleid. (—1340). ßl
beliebigen Oeffnen lind Schliessen —, mit Knöpfchen ausgestattet waren(Fig. 38 a. b; Fig. 41 a). Gleichmässig damit wurde auch auf die Mänteljene Verzierungsart mit Zacken oder „Zaddeln“ übertragen. Ueberhauptaber versah man sie nach, wie vor gelegentlich theils mit einem Ueber-fallkragen, theils, damit zusammenhängend oder statt seiner, mit einerKapuze, auch ihre noch sonstige Ausstattung durch Färbung, Pelzbesatzu. s. w. im Wesentlichen beim Alten belassend.
Das Beinkleid erfuhr kaum weiteren Wechsel, als dass man anStelle der seither noch häufiger getragenen beiden Beinlinge, welche jeoberhalb der Hüften vermittelst Schnüren gehalten wurden, fortan immerallgemeiner die „in Eins“ gewobenen, ganzen Hosen anwendete, die nunzu mehrerer Befestigung mit einer Zugschnur versehen waren. Da sienoch fast ohne Ausnahme zugleich dieFüsse mitbedeckten, blieb es auchnoch ferner gebräuchlich sie, zum Ersatz einer Fussbekleidung, lediglichdurch darunter genähte lederne Sohlen zu verstärken (vergl. Fig. 34 a u. s. f.).
Auch die besonderen Fussbekleidungen blieben einstweilen nochwesentlich auf die seither schon üblichen Schuhe und Halbstiefel zumSchnüren beschränkt. Nur darin erfuhren sie in der Folge eine nochweitere Vermannigfachung, dass man nach Vorgang des früher bereitseinmal aufgetauchten Gebrauchs deren Spitzen zu verlängern (S. 7), diesnun nicht allein wiederholte, vielmehr noch beträchtlich steigerte, wassich zugleich auch auf die nur besohlten Fusslinge der Hosen ausdehnte.Diese Verlängerung, für welche bereits Philipp IV. verordnete, dass siebeim Adel nicht über zwei Fuss, beim Bürgerstande nur einen Fuss undbei den anderweitigen Klassen nicht über sechs Zoll betragen dürfe,nannte man nunmehr in Frankreich „poulaines“, in England vor-zugsweise „cracowes“; dort nach ihrer Gestalt der Schiffsschnäbel, hierhöchst wahrscheinlich nach der Stadt Krakau , sofern man wohl nichtohne Grund annahm, dass diese Mode überhaupt zuerst von dort aus-gegangen sei.
Unter den Kopfbedeckungen erhielten nun namentlich die Kapuzeund die gesteifteren Rundhüte auch im gewöhnlichen Verkehr immer all-gemeinere Verbreitung; nächstdem kleinere Beckenhauben und, jedocherst im späteren Verlauf, auch nur einfache Kopfbunde. Dies Alles pflegteman entweder je für sich allein zu tragen oder eines mit dem anderenzugleich, wie es denn vielfach üblich wurde, die zumeist angewandteKapuze noch mit dem Hut u. s. f. zu bedecken (Fig. 34 b; Fig. 37 b;Fig. 41 a. b).
Bei der weiblichen Bekleidung vollzog sich der Wechsel zwarlangsamer, jedoch nicht minder gleich ersichtlich. Hier wurde derselbevorzugsweise durch die Neigung zu mehrerer Verengerung namentlichder den Oberkörper bedeckenden Gewandtheile bestimmt. Somit haupt-