62 I. Das Kostüm vom Beginn des 14, bis zum Beginn des 16. Jahrb.
sächlich darauf bedacht, das Leibchen bis zu den Hüften herab dennatürlichen Formen des Körpers zunehmend passlicher anzuschmiegen,wurde nun aber nicht allein dies, als auch, eben in Folge dessen, dasganze Kleid demgemäss umgestaltet. Auch dabei, wie bei dem männ-lichen Rock, gleichsam noch schüchtern nur damit beginnend die seit-herigen weiten Gewänder entweder einzig durch Fältelung oder doch nurdurch mässige Verminderung ihres Stoffes zu verengern (Fig. 35 a. b. c),führte dies jedoch dann auch hier, eben wiederum ganz wie bei jenem,allmälig dahin, den oberen Theil vorn oder rücklings aufzuschneiden unddaselbst entweder zum Knöpfen oder zum Zuschnüren einzurichten. In-dessen , nachdem man einmal hierin das sichere Mittel gefunden hatte die
Fig. 35.
Verengerung willkürlich zu steigern, wurde es von den Weibern vor-wiegend auch bald bis zum Uebermass angewandt. Sie nun blieben nicht mehrdabei stehen, lediglich den Oberkörper immer fester einzuschnüren, sondernerstreckten dies auch auf die Ermel, indem sie diese zu gleichem Zweckgewöhnlich rückwärts vom Handgelenk bis zum Oberarm aufschlitztenund, zumeist in dichter Anordnung, mit vielen kleinen Knöpfchen besetzten