A. Die Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. Weibl. Kleidung (1400—1440). 95
Allgemeinen nachfolgten. — Ganz demähnlich'erging es dem Bart, derinFrankreich nun vornämlich bis zur Regierung Karls VIII, (1483) undzugleich auch in England bis auf Heinrich VII. (1485), wenigstens ausder vornehmen und „guten“ Gesellschaft durchaus verbannt blieb.
Im Verein mit der Fortgestaltung der männlichen Bekleidung über-haupt stand nun auch, wie bei der weiblichen Kleidung, eine noch wei-tere Zunahme des Schmucks, dabei als Besatz der Obergewänder all-mälig mit Sinnsprüchen oder Sinnbildern bestickte Bänder auf Arme,Brust, Schultern u. s. w., als auch, und zwar vorzugsweise, langeund schwere goldene Halsketten mit Steinen verziert eine Hauptrollespielten. —
Neben der Bekleidung der Männer gestaltete sich auch die derWeiber im Grunde genommen ganz ähnlich wie jene zunehmend üppigerund formloser. Obschon es sich nun zu den öffentlichen Sittenrichternauch einzelne Familienväter in allem Ernst angelegen sein Hessen , sol-chem Unwesen in ihrem Kreise noch besonders zu begegnen — wie dennunter anderem der Ritter De la Tour-Landry etwa ums Jahr 1400 fürdie Seinigen eine eigene Sammlung von warnenden Beispielen nieder-schrieb 1 — blieb die etwaige Wirkung davon doch auch jetzt noch im
Fig. 60.
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1 Diese Schrift wurde ihres trefflichen Inhalts wegen schon frühzeitig durchden Druck vervielfältigt und auch ins Deutsche übersetzt, und zwar unter demTitel: „Der Ritter vom turn oder der Spiegel der Tugent und Ersamkeyt, mitgar schönen und köstlichen Hystorien Exemplen etc._ Strassburg 1519.“ Eine