rieme verbindend, so dass sie den Arm, allein mit Ausschluss der zuseiner freien Bewegung nothwendig belassenen Armbiege, ringsherumvollständig umschlossen (Fig. 86 c). Die Armbiege selbst und flieAchselhöhle, deren einstige Rundplatten man auch wohl bei dieserArt der Verstärkung, obschon nur als Schmuck noch anwandte, fandenihren besonderen Schutz in dem noch immer als Unterrüstung durch-gängig gebräuchlichen Kettenhemde. Doch suchte man namentlich dieArmbiege nun auch schon dadurch noch eigens zu schützen, dass mansie mit mehreren sehr kleinen und schmalen übereinander*gefügten leichtschiebbaren Plättchen ( K splints“) bedeckte. — Die Handschuhe, vor-zugsweise die Finger, machte man durch eine ähnliche Anordnung vonPlättchen beweglicher. Auch ward es gebräuchlich deren Stulpen, zu-weilen sogar bis über die Hälfte des unteren Arms hin zu verlängern(Fig. 86 c), diese gelegentlich ebenfalls aus einzelnen Schienen zusammen-zusetzen und die kleinen Schienchen der Finger, so insbesondere dieder Knöchel, je zu einem mehrkantigen spitzen Buckel („gadling“)zu gestalten.
Der Beinschutz blieb nicht dahinter zurück. Entsprechend derFortbildung des Armschutzes waren es, wie hierbei die Ellenbogenstücke,,bei jenem zuvörderst die Kniekapseln, was man einestheils noch ver-stärkte, anderntheils durch Einfügung von kleinen Neben- und Unter-schienen noch schmiegsamer herstellte. So auch, wiederum ganz ähnlichwie dort, fügte man alsbald zu der das Bein eben nur vorderwärtsschützenden Schiene (Fig. 86 a, b) eine es auch hinterwärts, vomAnsatz der Ferse bis zum Kniegelenk, völlig umschliessende Schienehinzu, indem man auch diese, wie die Armschienen, durch Schliesse mit-einander verband (Fig. 86 c). Hinsichtlich der Form der noch immerdamit zusammenhängenden Schienenschuhe folgte man der auch sonstgemeinhin beliebten Mode langspitziger Schnäbel, auch hierbei ohne sichum die dagegen erhobenen Verordnungen zu kümmern (S. 70 ff.). DieSporen nahmen an Länge zu und wurden durchgängiger mit verhält-nissmässig sehr grossen Rädern beliebt (Fig. 86 c). — Für die Ober-schenkel dagegen, welche auch noch fernerhin, bis kurz nach der Mittedieses Zeitraums (etwa bis 1360), die mehrtheilige Unterrüstung und dasWaffenhemd fast verdeckten, behielt man bis dahin im Allgemeinen derenVerstärkung durch Beinlinge von Leder oder von sonst starkem Stoff mitnur stellenweisem Besatz von metallnen Plättchen und Buckeln ziemlichunverändert bei (Fig. 86 a. b).
Auch den Oberkörper und Brusttheil schützte man zunächstnoch gemeinhin in der einmal üblichen Weise, durch Kettenhemd Unter-wamms u. s. w., nur dass man allmälig dazu schritt, dies den natürlichenFormen des Körpers zunehmend enger anzupassen und die Brust ins-