200 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
alten Leut mit Namen die Manne“ — so erzählt derselbe eingehend —„trugen weite und lange Kleider, die hatten nicht Knäufe, allein an denErmeln hatten sie drei oder vier Knäufe. Die Ermel waren bescheident-lich weit, und die Röcke oberhalb der Brüste gerunzert und eingefranzt,
Fig. 97.
vorne geschlitzet bis an den Gürtel. Die jungen Mannsleute trugenkurze Kleider, abgeschnitten, auf den Lenden gerunzert und gefalten, mitengen Ermeln, die Kogeln gross. Darnach zu Hand trugen sie Röckemit vierundzwanzig oder dreissig Girnen, und lange Heuken, die warengekneuft, vorne nieder bis auf die Füss, und Stumpf-Schuh. Etlicheaber trugen Kogeln, die hatten vorne einen Lappen, die reichten herabbis an die Knie, die Lappen verschnitten und verzuselt. Es hat dieseTracht manches Jahr gewährt.“
„Die Herrn und Ritter, wann sie hoffahrten, hatten lange Lap-pen an ihren Ermeln bis auf die Erde herabhängend, gefüttert mit Buntoder kleinem Spelt (einer Art von grauem Pelzwerk), als wie es denHerrn und Rittern gebürt.“
„Frauen un d Weibsp erson en waren gekleidet, wann sie gingenzu Hof oder Tanz, mit Perkkleidern, darunter Röcke mit engen Ermeln,und das oberste Kleid hiess Sorket; es war zu beiden Seiten, beneben,unten aufgeschlitzt und gefüttert, im Winter mit Bunt, im Sommer mitZindel, darnach es auch jedem Weibe ziemlich war. — Es trugen dieFrauen, so Bürgerinnen waren, in den Städten gar ziembliche Heuken,die nannte man Yeelen und war daran des kleinen Gespens (Gespinnstes)von Distelschit kraus gefallen und eng gefalten, bei dem einen mit einemSaum bei nahe einer Spanne breit, und kostet einer neun oder zehnGulden.“ —
Wie sehr sich auch die ehrbarer Gesinnten bemühten, dem entgegenzu wirken, indem sie zum Theil selbst mit Hartnäckigkeit bei ihrer ein-