266 L Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
Turnieren und andern festlichen Vorkommnissen. Als ein besonderesBeispiel dafür dürfte das Grabsteinbild Günther’s von Schwarzburg,des Gegenkönigs Karls IV., von 1349 zu betrachten sein (Fig. 116).
Wesentlich erst seit dieser Zeit,in der zweiten Hälfte des Jahrhun-derts, begann man die Kingelbe-panzerung in weiterem Umfange zuverstärken und hierauf dann auchden Waffenrock nach französisch-englischem Vorgänge zunehmend zukürzen und zu verengern, und somitallmälig zu einem völligst engan-schliessenden Schutzkleide, dem nunsogenannten „Lendner geradezugänzlich umzuwandeln. Doch auchdies zuvörderst nur von den reicherBegüterten für sich und ihre Gefolg-schaften.
„In derselben Zeit“ — so be-merkt darüber der LimburgerChronist in wörtlicher Ueberein-stimmung mit den FrankfurterJahrbüchern zum Jahre 1351 —„da waren die Waffen, und vielJahre davor, 1 als wie hernach ge-schrieben steht. Ein jeglicher guterMann: Fürsten, Grafen , Herrn, Rit-ter und Edelknechte, die waren ge-waffnet in (Einzel-)Platten; auch dieBürger mit Waffenröcken darüber,wohl zu stürmen und streiten, mitSchössen und mit Leibeisen, welcheszu den Platten gehört; dazu mitkleine Bundhauben. Man trug ihnenSchilde und Tartschen nach; die glehnen (?) und gewohnten Helme führteman auf einem Kloben. An den Beinen hatten sie Streichhosen, darübergrosse weite Ledersen. So auch trugen sie Beingewand, das waren Röh-ren von Leder gemacht; auch Armleder von Sarocken gesteppt und eiserneBuckeln vor den Knien.“
1 Dies dürfte der Chronist wohl wesentlich nur auf die früheren Aus-nahmsfälle bezogen haben, wie dies auch die Mehrzahl der aus dieser Zeitvorhandenen Darstellungen bestätigt.
Fig. 116.
ihren gekrönten Helmen, darüber