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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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A. Tracht. Italien . Kleidung der Weiber ( 1400 — läOO). 321

ebenfalls derartig, doch zumeist in mehreren Abständen übereinander ge-schlossen, theils geradezu in zwei Stücke, in ein Oberarm- und emUnterarmstück zerschnitten und, mit Unterlegung breiter Puffen, dasOberarmstück an dem Achseltheil des Gewandes mit Nesteln und mitdem UnterarmstUck, über die Armbiege hinweg, auch wiederum wie beijener Anordnung, vermittelst Schnüren zusammengehalten {Fig. 144 a. b).Auch brachte man hierbei zuweilen noch ausserdem längs ^ der Aussen-seite, namentlich des Oberarmstücks, einzelne kleinere Puffen übereinanderan {Fig. 144 a), wie man sich denn überhaupt diese Art der Ausstattung,als auch die zum Theil dadurch geforderte Verwendung von Schnur- undSchleifenwerk in Rücksicht möglichen Wechsels selbst in noch 'Weiteremangelegen sein liess (vergl. unt.) — Von mehrerer Bedeutung für dieäussere Erscheinung im Ganzen wurde dagegen die nunmehrige Neigung,für die unterschiedlichen Formen der Gewänder je eine bestimmteErmclform einzuhalten. Bisher hatte man sich darin noch ziemlich will-kürlich bewegt, fortan jedoch mit der Vermannigfachung des Gewand-schnitts legte man auch darauf immer grösseren Werth. Mit eine derallgemeineren Folgen davon war, dass man die so äusserst beschweiliclienüberaus langen und weiten Hängeermel, als auch die schmalen vorngänzlich offenen Schleppermel zunehmend seltner in Anwendung brachte(vergl. Fig. 137; Fig. 138). Die Anordnung aber, die man fortan wennauch nicht ohne vereinzelte rückfällige Ausnahmen vorzugsweise beob-achtete , bestand etwa in folgendem. Hängeärmel, doch zumeist von be-trächtlich geringerer Länge und Weite, als vordem, und ganze oder halbeaur schr massig weite Ermel mit oder ohne Schlitze und Puffen eigneteman hauptsächlich den oberhalb durchaus enganschliessenden Röcken an{Fig. 140 a; Fig. 141) , ganze oder halbe entweder ebenfalls nur sehrmassig weite, oder wenn weitere, von gleielimässiger Ausdehnung, sowie auch die oberhalb aufgebauschten und unterhalb enganscliliessenden,behielt man vornämlich den durchgängig faltigeren und den oberwärtszwar engeren, aber keineswegs enggespannten Gewändern voi [1 iu-139 a. b;Fig. 140 l; Fig. 142 a—d; Fig. 143 a—d), während man die langenvöllig engen Ermel, unzerschnitten oder geschlitzt u. s. w., fast lediglichauf die steiferen und vollständig gesteiften Röcke beschränkte {Fig. 143 e;Fig. U4 n-c). Dabei nun pflegte man diese Ermel nicht selten nochinsbesondere zu steifen Handmanschetten zu verlängern und, wie nun zu-weilen auch die weiten und längeren, in Nachahmung burgundisch-fran-zosischen Gebrauchs, längs der Aussenseite mit irgend einem selbst-gewählten Sinnspruch in zierlicher Gold-, Perlenstickerei u. s. w. zusc lmücken [Fig. 143 c . 145 . ^ gonst ebenfalls mehr willkürlich

angewandten Ueberermel, die man gemeiniglich von der Schulter freiherabhängend trug [Fig. 140 behielt man zwar auch noch fernerhinWeiss , Kostutnkuude. Iir. 2i