332 I- D fls Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. JnhrL.
Modena , wo sie es den ehrbaren Frauen gleich zu thun suchten, wurdenihnen schon um 1327 die seidenen Schnüre im Haar und die Schlepp-kleider streng untersagt. In Padua war ihnen ein Halskragen von dreiEllen Länge und ihren Wirthen eine rothe Mütze ohne Schirm verordnet;in Bergamo mussten sie mit einem gelben Mantel ohne Kragen, unddie, welche sie herbergten, in rother Mütze mit Schelle daran erscheinen,und im Mailändischen durften sie sich weder auf dem Markte nochanders als in einem schwarzen Mantel blicken lassen; u. s. w. — Wodie Gew erb treib enden, sei es bei festlichen Vorkommnissen oderzu kriegerischer Abwehr, als Körperschaften auftraten, pflegten siesich zuweilen wohl durch eigene, gewöhnlich ihren Bethätigungen jeentsprechende Embleme von- und untereinander zu kennzeichnen. Zudemhatten sie je ihre eigens ausgestattete Fahne, um welche sie sich zu-sammenschaarten. Derartige bewaffnete Zünfte, zunächst nur zur Auf-rechthaltung der Ordnung, bildeten sich zuerst in Bologna bereits um1271. Die frühsten und auch für die Folge wichtigsten derselben warendie sogenannten „Lombarden“, die „von der Klaue“ und die vom „Grei-fen“. Die Fahne der Lombarden war roth mit darin eingesticktem Bildeder Gerechtigkeit, die der von der Klaue weiss mit einem rothen schwert-tragenden Löwen und die der vom Greifen ebenfalls rveiss, jedoch miteinem rothfarbigen Greifen ausgestattet. — Auch an einzelnen Gesell-schaften fehlte es nicht, die, ernste oder heitere Zwecke verfolgend,ihre besonderen Abzeichen hatten. Dahin gehörte unter anderen derVerein „de la Calza“ in Venedig , welcher, von einem dortigen Edelmannum 1332 gestiftet, aus einer Anzahl von jungen vornehmen Venetianernbestand, die sich im fünfzehnten Jahrhundert zu ihrer wesentlichen Auf-gabe die Veranstaltung von allerlei Festen und Lustbarkeiten, von mu-sikalischen Aufführungen, theatralischen Vorstellungen, Maskenaufzügenu. dergl. machten. Ihr Abzeichen war ein zweifach verschiedenfarbigesBeinkleid, längs der äusseren Seite des rechten Oberschenkels sehr reichmit Gold, Silber und Perlen bestickt; später (doch wohl erst seit derErneuerung des Vereins um 1562) ein innerhalb scharlachnes, aussenviolett und grau gestreiftes Beinkleid, an der Hüfte gepufft, mit bor -dirten Schlitzen, ein karminfarbener Rock und eine Art von Stola. Dadiesem Verein nur die Begütertsten beizutreten vermochten, zeichnetensich dessen Mitglieder überdies stets durch eine ausnehmend reiche undstutzermässige Bekleidung aus.