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keit verlor, lim so höher steigerte man dies und bildete die mit denkirchlichen Feiern verbundenen Aeusserlichkeiten, wie die Begehung vonProccssionen u. s. w., mehr und mehr zu wahrhaft sinnlich bewältigen-den Schaugeprängen aus. So auch war dies nicht minder der Fall beider mit der Wahl und Einsetzung des Papstes selbst verknüpften Feier.Diese, je nach den Zeiten zwar in Einzelheiten wechselnd, im Wesent-lichen jedoch stets dieselbe, wurde nach den darüber im vierzehnten undfünfzehnten Jahrhundert festgesetzten Ordnungen etwa in folgender Weise
vollzogen:
„Der neue Papst, in Procession zur Basilika des heiligen I ctrusgeführt, steigt, nachdem er am Fusse des Altars das Bekenntniss seinerSündhaftigkeit abgelegt hat, nicht zum päpstlichen Throne auf, sondernlässt sich auf einen Sessel nieder, welcher auf das Pflaster zwischenThron und Altar gestellt ist. Die drei Bischöfe von Albano, Porto undOstia sprechen jeder vor ihm ein Gebet. — Nach dem Introitus und„Kyrie eleison “ empfängt der Papst die Kardimile nnd andere 1 lälatenzum Fusskuss und zum Friedenskuss.
„Ist der Papst erwählt, so giebt ihm der Dekan der Kardinale einrothes Pluvial um, und legt ihm einen Namen bei. Zwei der erstenKardinale führen den neuen Papst zum Altar, wo er betet. Der Primi-eerius t intonirt sogleich das „Te Deum “, welches von dem Sängerchorund den Kardinalen gesungen wird. Darauf führt man den Papst aufseinen Thron hinter dem Altar, wo er die Bischöfe und Kardinäle, undwen er sonst dieser Ehre würdig erachtet, zum Fusskuss und zum Kusszulässt. Dann führt man ihn zum Marmorstuhle, dem sogenannten„sedes stercoraria“ und singt die Antiphone „Suscitat de pulvere egenum"u. s. w.; hat er sich von diesem wieder erhoben, so nimmt er dreiHand voll Münzen von seinem Schatzmeister und wirft sie hin mit denWorten: ,nicht Gold und Silber sind meine Freude, was ich habe, geb’ich euch. 1 Der Prior der Kanoniker vom Lateran führt dann den Papstzum Portikus, wo der Ruf ertönt: ,Der heilige Petrus hat uns erwählt. 1Nach einer Procession wird der Papst in die Basilika 1 des heiligen Syl-vester geführt. Dort giebt ihm der Prior der Basilika des heiligen Lau-rentius eine Ruthe, welche einem Hirtenstabe ähnlich \ist, als Sinnbildder Regierung und der Zucht, und zuletzt die Schlüsse^ von der Kircheund dem Palaste des Lateran, als Symbole der geistlichen Gewalt. Nach-dem der Papst sich auf einem Sitze niedergelassen, giebt ct dem Priordie Ruthe und die Schlüssel zurück. Dieser Prior umgürtet ihn sodannmit einem rothseidenen Gürtel, von welchem ein Purpurbeutel herabhängt,darinnen sich zwölf Siegel von kostbaren Steinen und ein wenig Bi-sam befinden. Während dieser Zeit sitzt der Papst, als ob er zwischenzwei Sessel gelegt wäre, um anzudeuten, dass er ruhe zwischen dem