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gleichwohl auch noch zunächst durch den französischen Vorgang be-stimmt, allmiilig jedoch auch durch noch anderweitige Einflüsse befördert,zu einer durchgreifenderen Wandlung führten. Dass muthmaasslich Ita-lien mit darauf zurückwirkte, wurde bereits angedeutet (S. 355).' Einewesentliche Veranlassung dazu aber beruhte wohl ohne Zweifel in dernunmehrigen Umgestaltung der staatlichen Verhältnisse, wie solche sichaus der Vereinigung der beiden mächtigsten christlichen Reiche, Ara-goniens und Castiliens (seit 1476), und aus der Verheirathung Fer-dinands des Katholischen mit Isabella (um 1490) ergaben. Mit der balddanach erfolgenden gänzlichen Vertreibung der Mauren (1492) und derendlichen Einigung fast sämmtlicher Reiche unter seinem Seepter, inherein mit der durch ihn geschaffenen neuen Ordnung, die den Zeit-forderungen nach allen Richtungen hin zu entsprechen suchte, und demGlücke, das ihm durch die Entdeckung von Amerika zu Theil wurde,gewann das Reich eine so volksthümliche Verselbständigung, dass denneben auch wohl die Tracht davon nicht ganz unberührt bleiben konnte.
Oie Wandlung selber nun äusserte sich, sieht man von \ orgängigengeringfügigeren Einzelheiten ab, zuvörderst in der Bekleidung derPfänner vor allem darin, dass diese die lange und weitfaltige Gewan-dung immer mehr zu Gunsten der durchgängig knappen und engan-schliessenden Bekleidungsart aufgaben. Jene Gewänder blieben fortanfast ausschliesslich der ceremoniellen Repräsentation Vorbehalten. Stattihrer wurden für den gewöhnlichen Verkehr auch bei den höchsten undhöheren Ständen kürzere vorn offene Ueberziehrücke, zuweilen mit breitenUeberfallkragen und vorn herablaufendem Umschläge, mit Ermeln vonunterschiedlicher Weite oder auch nur mit Armlöchern, gebräuchlich, diesot nit, ausser etwa im Stoff, den man oft buntgemustert beliebte, der(deutschen) Schaube nicht unähnlich waren (vergl. S. 232 ff.). Die fal-tigen Jacken verloren sich, und von den glattanliegenden Jacken ersetzte®an die, welche nur knapp bis zur Hüfte reichten, zunehmend häufigerci nestheils durch die auch schon üblichen eigentlichen Sehoossjacken,audemfheils, obwohl vorerst noch seltner, durch enge Knöpfrocke, diesic h bis zur Hälfte der Oberschenkel erstreckten. Die engen und dienic bt allzuweiten Ermel pflegte man gelegentlich (sparsam) stellenweisea ufzuschlitzen und entweder mit farbiger Seide oder mit Weisszeug zuunterpuffen. _ Die Beinkleider blieben zwar durchaus gespannt, wurdenjedoch jetzt in mehren Fällen, wie dies in Frankreich statt hatte (S. 115),unmittelbar über dem Knie gebunden, ausserdem zuweilen auch da, wos ‘e den Unterleib umschlossen, mit einer nicht selten leicht aufgebauschtenknappen Ueberziehhose bedeckt. Die geschnäbelten Schuhe wichen all-m älig nur mässig zugespitzten oder vorn abgerundeten Schuhen. Undzu den seitherigen Kopfbedeckungen traten vornämlich verschieden breite,