364 L Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jabrh.
meist flache, barettartige, umrandete oder randlose Mützen, und unter-schiedlich hohe Hüte mit schmälerer oder breiterer Krempe hinzu, gemei-niglich von reicher Ausstattung durch zierliches Schnurwerk und Borten-besatz, wie auch durch farbigen Federschmuck. — Als Umhänge kamenneben den langen und weiten Riickenmänteln wiederum, und zwar nunin weitester Verbreitung, kleine, zum Theil sogar äusserst knappe liücken-und Schultermäntel auf. Sie, dazu man vorzugsweise farbige Seide oderSammt wählte, versah man nunmehr fast durchgängig mit einem kurzenentweder hochaufgesteiften Hals- oder aufliegenden Schulterkragen, und,ausser mit kostbaren Bindeschniiren von buntem Seiden- oder Goldgeflecht,längs den Rändern mit Zierbesätzen. —
Bei den Weibern wurden nun neben den langen ringsum geschlos-senen Gewändern, so vorwiegend unter den höheren Ständen, die vornvöllig offenen Ueberröcke noch durchgängiger gebräuchlich (vergl. Fig•156 a. b). Jene begann man, wenn auch nur um Weniges, zu ver-engern; die letzteren dagegen mehrentheils, ohne sie in der Länge undWeite gerade auffällig zu beschränken, wie bereits vorerwähnt vielleichtmit in Folge italischen Einflusses und der jetzt auch hier dafür häufigerverwendeten schwer durchwirkten Brokatstoffe, steifer und minder falten-reich zu gestalten (vergl. Fig. 143 e). Falls man sich eines geschlossenenObergewandes bediente, pflegte man dies nun wohl auch, wiederum ähn-lich wie schon seither in Italien , unterhalb des eigentlichen Hüftgürtelsvermittelst besonderer Untergürtung entweder ein- oder zweimal zuWülsten hochaufzubauschen, so dass das Unterkleid sichtbar ward (vergl-Fig. 123 c; Fig. 140 a). An den vorn offenen gesteifteren Rückenhauptsächlich wurden die Leibchen zuweilen vorn herab zum Verknöpfeneingerichtet und möglichst enganschliessend getragen, deren Halsöffnungenzumeist ziemlich tief und ringsum gerad abgeschnitten beliebt; dazu wardder Hals, wenn nicht nackt belassen, gemeiniglich mit einem feinstoffigenzierlich geschmückten Kragentuch völlig oder nur theilweis bedeckt. Auchkamen daneben demähnliche, doch kürzere Ueberröcke auf, die im Leib-chen gleichfalls sehr eng, doch nur von den Hüften ab offen waren. UteErmel — mit Ausschluss der noch fortdauernd allgemeiner üblichen sehrlangen und weiten Hängeermel, die man gern mit Pelz ausstattete —gleichviel ob enger oder bauschiger, verzierte man jetzt zu öfteren, ganzähnlich wie die Männer die ihrigen und vielleicht auch nach italischemVorgänge, stellenweis durch Aufschlitzungen; ausserdem aber noch ins-besondere, doch gleichfalls damit übereinstimmend, durch mancherleiBand- und Schleifenwerk (vergl. S. 322). Zu dem Allen liess man esauch jetzt nicht an kostbaren Besätzen fehlen, damit man nun auch vor-zugsweise die Ränder der offenen Ueberröcke, wie auch den Saum desHalsausschnitts u. s. w. bereicherte. Von noch anderweitigem Schmuck,