Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
389
JPEG-Download
 

A. Tracht. Russland . Ornat der Geistlichkeit (1300—1500). 3gg

möglichste Pracht beobachtete. So insbesondere bei dem Ornat desOberhaupts der Kirche, des „Patriarchen in dessen schmuckvoller Be-schaffenheit man allmälig wohl selbst den schwülstigen Prunk des Herrscher-

Fig. IT5.

0rn ats zu iiberbieten suchte. Namentlich war dies seit der Wiederher-st cllung des Reichs durch Ivan I. (1IL) der Fall, welcher sich zugleichum die Wiederbelebung des kirchlichen Dienstes überhaupt sehratl g bemühte. Anders dagegen nun in Byzanz selber, wo sich seiter Herrschaft der Osmanen daselbst, und der dadurch herbeigeführtenZückung der dortigen Christen, ein derartiger Aufwand kaum noch inoterenr zu entfalten vermochte.

dem Ornat des „Patriarchen“ zählen mindestens schon seite ni dreizehnten Jahrhundert sechs Haupttheile, denen sodann im Ver-11 des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts noch etwa drei beson-Ibeile hinzugefügt wurden (vergl. Fi ff. 177 a.b). Zu jenen gehören^ r ümpf e un fl Schuhe, ein langes stolaförmiges Untergewand, eine Jtes, bis zu jgjj Fü ssen herabreichendes Band, das darüber um denty 8 * nac b vorn hin angelegt wird, ein darüber zu ziehendes kürzeres^ n| kaähnliches Gewand, geschlossen, mit weiten Ermeln, und eindie* 1 Un * eren Bande entsprechendes langes Band, das nun wiederum übero r( j Ses Oewand, doch so dass es die Schultern nur lose umgiebt, anzu-nen ist; z u den späteren Theilen aber, und wohl als zunächst ein-