B- Geräth. Abendland im Allgem. Hausger. (Tafelgeschirr 1300—1400). 431
allmälig bedeutend vermindert wurde, schätzte man auf nicht wenigerenn ne unzehn Millionen. — Ganz dementsprechend verhielt es sich mitfi n mancherlei Ehrengeschenken, die einzelne Städte ihren Fürsten beiöstlichen Vorkommnissen darbrachten. So überreichte die Stadt Paris e m Könige Johann, als er daselbst, von England zurückkehrend, seinen'mzug hielt, eine Anzahl von Silbergefässen im Werthe von eintausendff' ’ e ^ enso Beschenkte sie, bei ähnlicher Veranlassung, Karl IV. undar l V. Und als die Königin Isabelle von Baiern um 1389 dort ein-Z °£’ verehrte sie dieser, ausser zahlreich anderweitigen Gegenständen,Cin Seltenes „ nef zwei grosse goldene „flacons “, sechs goldene „ trem -poirszwei goldene „drageoirs“, zwei goldene Salzfüsschen, sechs gol-ee >,pots“, zwölf silberne Lampen, zwei Dutzend silberne Schalen,n grosse silberne „plats“, zwei silberne „bassins“ u. A. m. Wie hier,verfuhr man auch anderwärts, und wenn auch nicht überall gerade inm gleich ausgedehnten Maasse, galten derartige Geschenke doch ganzgemein als eine gew r ohnheitsrechtliche, unerlässliche Forderung. Das-e erstreckte sich zunehmend auch auf weitere Kreise. Nicht alleinss es immer üblicher wurde hochgestellte oder verdienstvolle Personeneihaupt durch solche Geschenke, als Zeichen der Hochachtung, zu‘^en, setzte sich allmälig auch der Gebrauch fest, dergleichen bei ver-miedenen privatlichen Veranlassungen, als Hochzeiten, Kindtaufen, Ge-rtstägen u. s. f. darzubringen. Selbst bedeutende Schuldforderungenq S ° man in einzelnen Fällen, anstatt mit ausgeprägter Münze, mit^schirren von edlem Metall zu bezahlen. So unter anderem das reicheu gsburg im Jahre 1374, indem es die Schatzung, welche ihm Kaiserar l IV. aufcrlegt hatte, durch eine Anzahl kostbarer Gefässe, im Wertheac htzehntausend Gulden, ausglich. Im Ganzen war bis gegen denc luss dieses Zeitraums die Verwendung von derartigen Geräthen bereits. a %emein geworden, dass man sogar in den W T irthshäusern von nure,tli ger Wohlhabenheit mindestens silberne Becher besass.
Die Trink- und Speisegeschirre, wie überhaupt Alles wasr ^. r, J ^gentlichen Tafelgeräth gehörte, erfuhr vorzugsweise eine möglichst^ 1C e kunstvolle Behandlung.^ In Frankreich war dasselbe, ganzhier vorherrschenden Aufwande gemäss, zufolge der duselbst für dasnz elne üblichen Bezeichnungen, besonders mannigfaltig. Hier zähltenf ^ Je sogenannten „ nefs “, die ,, fontaines die „saliers“ und die „tre-s > "welche sämmtlich zugleich umfangreiche Schau- und Prachtstückejj. e *® n i sodann, als zum Auftrag der Speisen bestimmt, die „plats“ und>ficuelles“ ; ferner, zur Aufstellung von Getränken, die „aiguieres“,pjy ’justes“, die „ydres“, die „pots“ und die „flacons “; näehstdem, alsals i si j=kcitsinaasse, die „pints“, die „quartes “, und die „chopins“; dazu,rinkgefässe, die „hanaps“, die „coups“, die „ gobelets “ und die „tasses“;