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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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B. Geriith. Abendland im Allgem. Hausger. (Möbel 13001400). 449

a ereinander an, fügte auch der oberen, ausser dem eigentlichen Kopf-issen, unter ihrem Ueberzuge, ein besonderes Kopfkissen hinzu. Auch* e Bettdecke wurde bisweilen verdoppelt, vor allem aber die Ueberdeckecr das gesammte Bettzeug nun fast ohne Ausnahme dergestalt er-We itert, dass sie das Ganze, einzig mit Ausschluss jener Wand, voll-andig verhüllte, was dann wiederum noch dahin führte, dass man dasestell nicht mehr so reich, wie vordem, mit Schnitzarbeit u. dergl., C '"dickte, sondern solchen Schmuck fast lediglich auf die Bückenwand«schränkte. DenBetthimmel vergrüsserte man, so dass er dasett nach den Seiten hin überragte. Dazu pflegte man ihn nun mehren-. s > anstatt von der Decke herab hängend zu befestigen, an seinenVler Ecken durch vier pfeilerartige Träger zu unterstützen, und somitS« r adezu baldachinartig zu gestalten. Den Seitenvorhängen gab mann ° c h mehrere Fülle und stellte sie leichter verschiebbar her, indem man! e Ermittelst Oesen oder Bingen über eiserne längs den Kanten derüaehung angebrachte Stäbe hing. Im Uebrigen blieb man dabei ge-^ e dieses Geräth vorzugsweise prunkvoll auszustatten. So einfach man8 bestell jetzt da, wo es den Blicken entzogen ward, behandelte, ummehr Werth noch legte man auf die Kostbarkeit der Ueberdecken^.. des Betthimmels. Bei diesem boten sich überdies, nächst den Yor--y^gen l) nd Zeugverkleidungen, die Stützen zu reicher Schnitzarbeit,den^°^ Un g U ' S W ^ ai ^ r ° rrie ^ Inen un d Begütertsten wählten zug ® ros sen Ueberdecken und Seitenvorhängen bei weitem am häufigsten^ 6 ® an >mt oder auch gar Goldstoff, und selbst zu den Ueberzügen

r Matratzen, Kissen und Bettdecken nicht selten einfarbige oder bunt-j ^^ferte Seide; für die letzteren mitunter noch eine Fütterung mit^gendwelchem seltenem Pelzwerk. Ausserdem wurden namentlich die^««ken und Vorhänge längs den Kanten reich eingefasst, sei es mitfp lc kerei oder mit eigenen Besätzen, und gelegentlich unterwärts mita ]!°dd«In oder Franzen geziert. Neben den so geschmückten Betten zumaglichen Gebrauch kamen in fürstlichen Haushaltungen nun auch so-y I1 annte »Paradebetten auf, deren Benutzung besonderen festlichena n r . 0Irirun ' ssen (Hochzeiten) u. s. w. Vorbehalten blieb), welche AllesTa» U ^ Wan d übertrafen, und kleinere, sophaähnliche Bitten, um amihr ) 06 ^ arau ^ 211 ri, Een. Für die (Kinder-) Wiegen behielt man dieu bereits vorherrschend eigene Form von kleinen Bettkasten mit

des '^ e ^ ar darunter befestigten Wiegehölzern bei. Etwa gegen Endemit a ^Emndcrts indessen begann man die Kasten auch durch Füsse0 ^^ 6 ens °lehen Hölzern zu erhöhen, oder auch ohne Füsse zu belassen,\Yj diesem Falle sie inmitten ihrer beiden Schmalseiten je mit einemzweis'- ZU ver sehen und damit in ein besonders dazu gefertigtes^eitiges Untergestell, zu leicht schaukelnder Bewegbarkeit, einzu-0l9s i Kostümkunde. III . 29