448 I- Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
mit einer verschliessbaren (Flügel-) Thür, zuweilen auch mit massig er-höhter Rückenwaud versehen. Sein Schmuck, und so auch der der Füssc,beschränkte sich einstweilen auf eine nur massige Schnitzarbeit. Ueberihn wurde eine Decke gewöhnlich von solcher Länge ausgebreitet, dasssie zu beiden Seiten tief herabhing und darauf die Trinkgeschirre ver-theilt. Den Anrichtetischen („buff cts“) gab man gemeiniglicher dasGepräge von grösseren viereckigen oder auch wohl runden Tafeln, J enach ihrer Ausdehnung von vier oder mehreren Füssen getragen. Ihrerbediente man sich bei Festlichkeiten hauptsächlich zur Aufstellung vonGewürzen, Früchten, feinen Gebäcken und Confituren, doch auch, undzwar meist in Verbindung damit, von kostbaren Prunk- und Schauge-fassen. Vornämlich zu letzterem Zweck brachte man auf der Platte nichtselten einen besonderen Aufbau von zwei oder drei sich übereinanderstufenförmig erhebenden Tragebrettern an, dadurch sie denn zugleich deneigentlichen Schautischen oder „dressoirs“ entsprachen. DieseAnrichtetische indessen, gleichviel ob so oder so angeordnet, wurden beiGastgeboten und auch sonst mit nur höchst seltenen Ausnahmen völligfrei, gemeiniglich inmitten des Raums, aufgestellt, dahingegen die eigent-lichen Sehautische von vornherein fast ausschliesslich bestimmt waren,gegen die Wand gelehnt zu werden. Während somit eine derartige An-ordnung bei jenen zumeist entweder ringsherum oder doch mindestensauf zwei Seiten (vorn und hinterwärts) statt hatte, blieb sic bei diesenlediglich auf die vordere Seite beschränkt. Abgesehen von dieser An-ordnung, dabei die Tragebrettcr (zwei bis drei) mitunter seitlich schrank-artig umschlossen wurden, gestaltete man die „dressoirs“ zuvörderst nochvöllig ähnlich den Schenktischen, etwa nur darin wechselnd, dass mansie gelegentlich ohne verschliessbaren Kasten beliess. Eine glänzendereDurchbildung erfuhren alle diese Tische erst im Verlauf des fünfzehntenJahrhunderts, wo auch ihre besonderen Unterschiede mehr und mehrmiteinander verschmolzen, so dass man bald den einen, bald den andernmit diesem oder mit jenem Namen bezeichnete. Gleichwie bei de"Schenktischen die Platten, wurden bei den anderen Tischen die Trage-bretter mit Tüchern bedeckt. Sie waren bei den seitlich umschränktenBrettern mit diesen von gleicher Länge, sonst aber durchschnittlich, zu-gleich zur Verkleidung der (freien) Seiten, beträchtlich länger, gewöhnlieh von Linne oder Wolle, wohl seltener von Seide, weiss, mitunterdamastartig gemustert, längs den Rändern farbig eingefasst, hier zuweile 11ausserdem bunt oder mit Gold bestickt und mit Franzen besetzt. —
Die Betten erfuhren allmälig im Ganzen und Einzelnen einig®Veränderung (vergl. S. 37; Fig. 30). Die Gestelle machte man breiterund versah sie am Kopfende mit einer senkrecht aufsteigenden, ziemlie 1hohen Wand. Statt nur einer Matratze wandte man jetzt häufiger zwei