454 L Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des IG. Jalirb.
Landes vollständig gehemmt, und da auch die sparsame RegierungLudwig XI. (1461—1483) nicht geeignet war sie zu begünstigen, vCl "mochten sie sich überhaupt erst wieder unter Karl VIII. (bis 1498),nach der glücklichen Beendigung seines italienischen Krieges, einiger -massen zu erheben. Demgegenüber waren es jetzt, nächst den italie" 1 'sehen Goldschmieden, die in ihrer Trefflichkeit unbeirrt fortarbeiteten,hauptsächlich die flandrischen, welche, nachhaltigst gefördert durch denHof von Burgund , sich besonders auszciehnetcn, und hiernach die De 11 *'sehen, indem sie den letzteren eifrig und mit Glück nachstrebten. ^ r<lSauf diesem Gebiete allmälig erfunden wurde, ging zum Tlieil von jenenaus. Es betraf dies, abgesehen von minder erheblichen Einzelheit 11 ’einerseits die Emailmalerei, deren seitherige Verfahnmgsweisen seiten»italienischer Künstler noch eine Erweiterung erfuhren, andererseits dieSteinschneiderei, sofern um 1467 ein Goldschmied in Brügge , Xo« iSde Berquen, dahin gelangte, den Diamant zu schneiden und zu schleife"-Beides fand alsbald weitere Verbreitung, und so auch vorzugsweise inFrankreich , wo gegen Ende des Jahrhunderts dann namentlich die Emad'malerei vor allem in Limoges aufs Erfolgreichste betrieben ward. E> ewesentliche Neuerung in dieser Kunst bestand darin, die verschiedenenGlasfarben sorgfältigst zu pulvern, mit Gummi zu versetzen, vermittels 4eines Pinsels dergestalt auf das Metall zu übertragen und hiernach s °im Feuer zu verschmelzen, dass das gefertigte Bild durchweg einen'buntfarbigen zart behandelten Miniaturgemälde glich. Auch erfand i»» 11noch ein besonders künstliches Verfahren, dadurch es möglich wurdeEmaillen reliefartig darzustellcn. —
Nächstdem aber ward auch die Metallarbeit an sich (einsehlicsS-lich der Goldschmiedekunst), wenn auch nicht gerade durch Erfindung,doch durch noch weitere Ausbildung und zunehmende Verallgemeinerun 0einiger Verzierungsmittel bereichert. Es waren hauptsächlich das s °'genannte „niello “ und die „tausia“ oder „ damaschino“ (franz. „daffl aS 'quienerie“), welche zuvörderst vom Oriente aus nach Italien verbreite 4worden waren und nunmehr von hier, im Verlauf der ersten Hälfte de»Jahrhunderts, auch auf die übrigen Länder übergingen. Worin derenBehandlungsweisen bestanden, und dass man sich ihrer vorzüglich zuiuSchmuck von Waffen bediente, wurde bereits hervorgehoben (S. 334),jedoch ist dem hier noch hinzuzufügen, einmal dass man die fausia j e42tnicht mehr nur auf eine Einlage von Gold oder Silber in Eisen h eschränkte, sondern allmälig dazu schritt die verschiedenen Metalle derartig in mannigfachster Abwechselung ineinanderzufügen, und dass m aI1sie, ausser zum Schmuck von Rüststücken, nun auch zur Verziorung j c Slieber metallener Geräthe verwandte. — Die Kupferschmiede " nEisenarbeiter wurden durch Erfindung von mehreren zweckdienlichere"