B. Geräth. Abendl. im Allg. Gewerke (Metall, Elfenbein, Holz 1400—1500). 455
Werkzeugen, als Drillbohrern, Ausschlagehämmern, Formambosen u. s. w.wesentlich gefördert. In Folge dessen erreichten die ersteren vornämlichlm Treiben von Gefässen u. dcrgl. eine kunstgerechte Geschicklichkeit,Welche sie auch die zierlichsten und schwierigsten Aufgaben glücklichlösen liess. Sie brachten es hierin schliesslich so weit, dass sie darinWohl im Allgemeinen selbst mit den Goldschmieden wetteifern konnten.Ganz demähnlich die Eisenschmiede, die sich nun vor allem in Her-stellung von künstlich durchgebildeten und thunliehst reich verziertenSchlössern, Beschlägen von Möbeln und kleinerem Gittwerk möglichsthervorzuthun suchten. Dahingegen vernachlässigten sie dann aber mehrl *nd mehr die grösseren Arbeiten, indem sie die dazu erforderlichen sonstau s freier Hand geschlagenen Platten, so vorwiegend gegen Ende desJahrhunderts, immer häufiger durch sehablonenmässig ausgeschnittenesEisenblech ersetzten. — Die Br 011 zegiesser blieben nicht zurück. Welchhohe Vollendung deren Betrieb schon bald nach Beginn dieses Zeitraumserreichte bezeugen, nächst mehreren Gusswerken, welche sich, dieser Zeite ntstammend, in den nördlicheren Ländern erhalten haben, ganz insbe-sondere die kunstreichen Thiiren des Baptisteriums in Florenz , die, vonLorenzo Ghiberti gefertigt, um 1424 vollendet wurden. — Die Zinn -ffiesser beeiferten sich in Aufstellung von stets neuen Formen, darinJ' e Deutschen auch für die Folge ihren Ifang zu behaupten wussten.
Hie Schnitzerei in Elfenbein, zuvörderst noch fortgesetzt inzunehmender Verwendung für rein weltliche Zwecke sehr thätig betrieben,Uahm jedoch gegen Ende des Jahrhunderts, wenigstens in Frankreich undEalien, bedeutend ab. In Frankreich beruhte dies auf der nunmehrigenWiederbelebung der Goldschmiedekunst daselbst, während man sich auch ^'u Italien jetzt eben dieser Kunst, auf Kosten jener, noch mehr unduiehr zuwandte. Nur in Deutschland fand darin einstweilen keine Be-schränkung statt, wo man sich dieser Arbeit vielmehr in noch weiteremUmfange widmete, so dass sich hier gerade darin allmälig einzelne Städte,Wie Augsburg und Nürnberg , einen weithin ausgezeichneten Ruferwarben.Gidessen, sieht man hiervon als einer Ausnahme ab, wurde jetzt dieserbetrieb doch im Ganzen namentlich auch durch die Vorherrschaft, zu derJ' e Holzschnitzerei gelangte, ungemein zuriiekgedrängt.
Unter den Holzarbeitern, welche sämmtlich, bei aller \ er-s chiedenartigkeit ihrer Sonderbethätigungen, auf einander angewiesenblieben, waren es vor allem die Verfertiger von Zimmei geTätlien(J'C Schreiner Tischler u. s. f.) und die eigentlichen Bildschnitzer,Welche durch die unausgesetzte Steigerung der privatlichen Lebensver-bältnisse und die sich daraus immer neu ergebenden Ansprüche zu be-ständiger Weiterförderung ihrer Handtierung gewissermassen gewaltsamf ° rt geschoben wurden. Beide traten in engste Verbindung. Und gleich-