464 !• Das Kostüm vom'Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
Fig. 190.
her. Sie bildete als Flacharbeit den Gegensatz zu dem erhobenen Schmuck,und wurde somit wesentlich zur Belebung von solchen Flächen verwendet,welche, wie die Füllungen der Schrankthüren, die hohen Rückenlehnender Stühle u. a., ihrem Wesen nach eine erhobene Zierde nicht wohlgestatteten. Als ein vorzügliches Werk der Art noch aus dem Beginn®
dieses Zeitraums erscheint das von Pietrodi Manella gefertigte Chorgestühl i mDom von Orvieto (Fig. 190). —höher sich bei diesen Geräthen der dc-corative Aufwand steigerte, um so mehrauch wirkte derselbe auf deren Grund-gestaltung zurück. In den ausseritah'sehen Landen, wo man der plastischenVerzierungsform unausgesetzt den Vor-zug bewahrte und sie bis in die kleinstenTheile aufs Mannigfaltigste durchbildete»wurden die Gegenstände von ihr nichtselten geradezu überwuchert. Solchesbetraf denn wiederum vor allem dieBischofssitze und Chorstühle , > n 'dem man diese nun überall, wo es dieMittel nur irgend gewährten, im An-schlüsse an ihre schon zumeist reicheAusstattung zu wahrhaft übersclnvaiVlieh wirkenden Prachtgestellen aUS 'schnitzte. Dazu kam, was wohl ein ederartige Ausbildung namentlich nacder mehr baulichen Seite hin noch hesonders begünstigte, dass man jetzt dieChorstühle fast durchgängig als ein zUsammenhängendes Ganze über die Gesammtlänge der beiden Chorwände hm
ausdehnte, so dass sie diese in bestimw ter
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Höhe vollständigst bedecktengleichwie sie hierdurch gewisserma= sein wesentlicher Schmucktheil desselber wurden, forderten sie um so wzu einer seiner schmückenden A“^stattungensprechenden Behandlung auf, ohne diese gerade architektomzu beschränken. Und eben demnach konnte sich an ihnen auch mhalb der so gesteckten Grenzen die Phantasie aufs freieste und üpP 1 '’^bethätigen. Unter den in den nördlichen Ländern noch zahlreich