II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
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frisch vorschreitender Bildung verlieh, und die in sich Halt genugsambesass um auch unter den äusseren Stürmen dauernd ungeschwächt f° rtzuwirken. Dass ihr Einfluss in Frankreich schärfer als in Spanien zlirGeltung gelangte, beruhte auf der dem französischen Volke ureigen^grösseren Lebhaftigkeit und leichteren Empfänglichkeit. Spanien , m ^ ^eisernen Kampfe gegen die Ungläubigen erstarkt, zog sich in demtigen Stolze zugleich der Ehre seines Gottes und seiner Kirche g cQ ^zu haben, mehr noch auf sich selbst zurück. In beiden Ländern,der römischen Kirche unbedingt unterthan, drang solcher Einflu»» 1dess überhaupt bei weitem weniger in die Tiefe, wurde jedoch nurso mehr für das Aussenleben bestimmend. So denn bildete sich in ü ine 'Jauf Grund der hier bestehenden Form eine zwar durch Verschieden ^der Volksthümlichkeit im Einzelnen bedingte, doch im Ganzen m ^geschlossene, einheitliche Mischform aus. Sie gewann an Festigkeit:^ ^fortan sowohl hier als dort nur noch der Wille, und die Weise ledig lCeines Einzigen, des Alleinherrschers, entschied. • .
Anders verhielt es sich dagegen in Deutschland und den _Ländern. Deutschland , obschon ebenfalls, so auch durchsehen Kriege Maximilians I. mit dem Süden enger verknüpft) un °seinem Einflüsse unmittelbar bei weitem weniger. Der nordiscb-g e ^nischen Wesenheit entsprach die italische Weise nicht, und wo s,eihrer dennoch fügte, wie wohl in mancherlei Aussendingen, g esc ianicht ohne diese sofort ihrer Besonderheit zu unterwerfen. Um s ° a j eschiedener war der Einfluss, den Italien hier mittelbar übte.gegensätzlich zu Spanien und Frankreich , drang dieser hauptsac 1 rrcndie Tiefe. So wenig Deutschland sich von Italien rein äusserlichliess, so eifrig folgte es dem daselbst aufstrahlenden Liebte der s ^Schaft. Es machte dies ganz zu dem seinigen, und damit zug ^ en
jener Flamme, an der sich die geistige Kraft überhaupt zu neuem ^entzünden sollte. Wie seine Fortbildung im Allgemeinen, wU1 ^dingt-die seines Aussenlebens und dessen Form wesentlich hierdurch— Leichtfertigkeit und Zerfahrenheit wichen allmälig tieferem^^^Dieser ward noch besonders genährt durch den wachsenden Mt er^ ^welchen die neue Lehre erfuhr, als auch durch den steten An ®Türken, den abzuwehren überdies beiden christlichen Parteien ^
Iige Pflicht erschien. Nur das eine Ziel im Auge, Befreiungvom Banne der Kirche, stählte Muth und Kraft zugleich, y^plstandsittlichen Charakter mehr Festigkeit und Gediegenheit. Her ^ j lUund die noch keineswegs erloschene Macht der Reichsstädte ^^ geD ,Ganzen mit dazu bei, dies in noch Weiterem zu befördern. Ha»^leben gewann an Strenge, seine Form an Ruhe und Haltung- ^ j ervöllig ungebundene, nur zu oft ziellose Heiterkeit wurde, indem