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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Anzügen zu beschenken. Brantöme versichert noch zahlreiche derartigeGeschenke gesehen zu haben. Bei alledem äusserte sich solcher 1 ^ u "zuvörderst noch bei weitem mehr in einer zunehmenden Verschwenin Stoffen, in goldenen Zierrathen, Stickereien und in der grossen ‘der Kleider, als in vielfachem Wechsel des Schnitts. Zwar suchte 111 a1 ^sich auch nach dieser Seite freier zu bethätigen, doch währte es geraZeit, mindestens bis tief in die zwanziger Jahre, bevor man die gewo iFormen, wie sie sich unter dem Einflüsse Italiens ausgebildet ha(S. 113 ff.), einer etwa weitergreifenden Wandlung zu unterwerfen ^mochte. Kaum aber dass man nun langsam begann sich hierin -ständiger zu bewegen, gelangte auch gerade hinsichtlich der Kleider Einfluss Spaniens zur Vorherrschaft, begünstigt noch durch die e ,jährige Gefangenschaft des Königs daselbst, also dass auch jener . ^höchstens nach einer nur kurzen Vermischung heimischer und s P alU .Form, dieser letzteren fast erlag. Wenn Brantöme, ob gleichenBezug auf eine etwas spätere Zeit, sagt 1 : „die spanischen undsehen Damen hielten von jeher bei weitem mehr auf ausnehmend 'liehe Wohlgerüche und prächtige Kleider, als die französischen, ahaben diese die schönen Erfindungen und Muster der ersteren ngeahmt ,“ gilt das, wenigstens in beschränkterem Sinne, auch sC * l0n .. nden in Rede stehenden Zeitraum. — Dem Aufwande in kostbaren S 0 .kam die seit Ludwig XI. unausgesetzte Förderung der Seidenwebcre*Gute (S. 57). Sie wurde um 1525 durch zwei Genueser, j n
Nanis, noch sehr bedeutend vervollkommnet, so dass man Vorzug .Lion (seit 1536) derartige Gewebe fertigte, welche den besten A a ^sehen Seidenstoffen nicht nachstanden. Es war dies zugleich ein fF^ e0Gewinn für den inländischen Wohlstand an sich, da die ungemein ^Summen, die dafür nach Italien flössen, dem Lande zunehmend e *^ 0 jpwurden. So auch beeiferte man sich mit Glück um fernere ^ ^
kommnung der Wollenwebereien und der Tuche, darin sich vor a ^ eIB aU6 .Werkstätten der Provence , der Dauphind und von Languedoc | ^
zeichneten; bemühte sich auch die Verfertigung der reich durchvru\_ eholländischen Tücher und die flandrische Teppicharbeit nachahniung®^^einheimisch zu machen. Hinsichtlich der Färbung gab man lioct mwenigstens im Allgemeinen, den augenfälligeren Tönen den "V° rzUD ‘y or -währte bis in die dreissiger Jahre, von da an man sich nach r2 ,
gang des Königs mehr und mehr einer Zusammenstellung von ^ s j C liWeiss und Gold zuwandte. Von den mancherlei Kleiderstoffen,in steigendem Wechsel darboten,’ blieben die reichdurchwirkten
1 B. de Brantöme. Memoirs: Les vies des Dames galantes etc.1666. I. S. 263 ff.