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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

kugelrund und linsen- oder breitscheibenförmig ( Fig. 227 c). I®sammenhange hiermit kamen die enganschliessenden Ermel vorzugsweisein Aufnahme. Rücksichtlich der Gestaltung der Röcke äusserte sich >®Grunde genommen nur insofern eine Wandlung, als es wiederum übliche 1,wurde sie durch ein Untergestell von Reifen zu erweitern und glatt au»zuspannen. Mit dem Halsausschnitt und der Weise der Halsbedeckungblieb es beim Alten.Die Maitresse Heinrichs II., die HerzoginValentinois, trug sich als Wittwe wohl bescheiden, in schwarzer °weisser Seide, verstand sich jedoch nicht dazu, ihren schönen Hals z

verhüllen. Wohl mit veranlasst durch die zunehmende Hinneigung

solcher Entblössung, versuchte man die Halskrause auch dementsprecU

Fig. 227.

zu behandeln. Unter fortdauerndem Beibehalt des Brust und Scbu ebedeckenden Kragens nebst daran befindlicher Krause (Fig. 22ö abegann man etwa in den siebziger Jahren daneben die eigentliche ^ ^von dem Kragentuch zu trennen und zu einem mehr selbständig® 1stücke herauszubilden (vergl. Fig. 227 c). Bei den schon herköm® 1 ^Kragen begnügte man sich einstweilen damit, falls man sie ^^V^göffnete, die Krause einiges zu verbreitern und durch Uebereinanderorvon mehreren Lagen zu verstärken. Jene Versuche dahingegen ^nach kurzer Zeit zur Folge, dass man die Krause beseitigte undeinen Kragen ersetzte, welchen man nur längs dem Rücken in d®^gemässen leichten Wölbung gerad aufgerichtet anbrachte (Fig- '^ er .Diese Kragen bildete man, indem man auch sie zuvörderst noch ^schiedlich eng fältelte, zumeist halbkreis- oder fächerförmig, unte®sie durch Draht oder sehr dünne Fischbeinstäbchen, und verzier