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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Sie würden gegen unsere Königin nur als Kammerzofen erschienen sem(u. s. w.). Auch sah ich sie auf einem Feste, welches einmal die König®Mutter den polnischen Gesandten in den Tuillerien gab. An diese®Tage trug sie ein Kleid von fleischfarbenem spanischem Sammt (xf° rchargee de clinquant“) überaus reich besetzt mit Rauschgold, und e ® eHaube von gleichem Stoff, sehr reich mit Gesteinen und Federn o eschmückt (u. s. w.). Noch ferner sah ich die Königin in der ers |®Ständeversammlung zu Blois (1576), an eben dem Tage an welchem ^Bruder, der König, seine Rede hielt. Sie trug damals ein schwar zesKleid mit orangefarbnen Streifen, die schwarzen Streifen mit Goldziert, und ihren königlichen Schleier (u. s. w.). Bisweilen zeigte sienatürliches schwarzes Haar, das sie (noch häufig) nach dem \° r S a ^._ihrer Schwester, der Königin von Spanien , verschiedentlich schön zU ^siren wusste. Zumeist jedoch bediente sie sich (später) zierlicher P errU _cken (u. s. w.). Sie mochte aber die Formen der Kleider und desnoch so oft wechseln, so bedeckte sie doch niemals ihren schönenund Busen (u. s. w.). Auch trug sie nur selten eine Maske. ® 0 ’ ,völlig freiem Gesicht, erschien sie einst in der Procession an einem 1 ^
Sonntage zu Blois . Ihr schöner Kopf war mit so vielen Perlen ^Diamanten geschmückt, dass es schien, wie wenn sie hätte mitGlanze des gestirnten Firmaments wetteifern können. Ihr hohergleich üppiger "Wuchs ward noch gehoben durch ein Kleid von ^kostbarsten Goldstoffe den man in Frankreich bisher nicht gesehen,chen ein Herr von Grandchamp von dem türkischen Sultan erha ^und bei seiner Wiederkehr der Königin verehrt hatte. Sie würde 1der Last dieses Kleides, von dem eine jede Elle hundert Thalerunfehlbar niedergesunken sein, wenn sie nicht so stark gewesenSie trug das Kleid den ganzen Tag, und hielt während der P roce ^ iä ,den Palmzweig mit solcher Anmuth und Würde, dass wir dadurch 1gesammt in unserer Andacht gestört wurden.“
Ganz in dem ähnlichen Verhältniss, wie am Hofe, nahm derwand in den übrigen Kreisen zu. Die Damen, denen verbotenKleider von Brokatstoff zu tragen, und doch hinreichend Vermögen^,sassen, liessen nun mehrentheils Gewänder ohne Gold- oder Silberwmvon Florenz und Mailand kommen, welche nichtsdestoweniger a ^ el1 ^^Stoff an fünfhundert Thaler und ausserdem an Zuthaten, als } ;Vfilcuses, passements, franches, tortils, canetilles, arriere-points u - ^ e .noch einmal so viel kosteten. Und als man den Bürgerlichen d®' ^brauch der sammtnen (adligen) Käppchen untersagte, und aufvon Tuch verwies (S. 590), entschädigten sie sich alsbald auch ^
indem sie die ihnen verordneten Kappen möglichst reich, selbstdem Werthe von tausend Thalcrn ausstatteten. —