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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16 . Jahrhunderts.

Prachtgefässen mit ertiobnen Figuren, zeichnete sich Titian i tn *°(bis 1552 thätig) zu Venedig lind Padua , und gegen Ende esJahrhunderts der Römer Sebastian Torreggiano und Dominico Vinaccizu Neapel besonders abs. Ausser ihnen leisteten, zugleich indigen Kunstwerken, mehrentheils Vortreffliches: Andreas Ricci zu E a 11(etwa um 1520), Jacob della Barba zu Florenz und Jacob ticilianodaselbst (beide um 1550), Bartolomäus Ammanati (gest. 1592),dius Flamingo (seit 1550 blühend) und vorzüglich dessen Lehrer,auch als Goldschmied u. s. w. berühmte Benvenvto Fellini (gest. 1 hsämmtlich ebenfalls Florentiner. In Frankreich erhielt diese Bethä 1gung wesentlich erst durch einzelne nach dort iibergesiedelte Italiener»so insbesondere durch Fellini , welcher auch hierin von Franz L v,eseitig beschäftigt ward, einen kräftigeren Aufschwung. Indessendies iin Ganzen genommen ohne durchgreifend nachhaltige Wirk ur VDenn ungeachtet jener auch diesen Kunstzweig durch mehrfache eige ,ieErfindungen vervollkonminete und Schüler um sich vereinigte, eill °sich nach ihm kaum einige Meister von höherer künstlerischer Bedeutung ,sondern man bethätigte sich, allerdings in stets wachsendem Maasse, 'wiegend nur in Herstellung von allerlei Gebrauchsgegenständen, wiefassen, Untersätzen, Kleingeräthen und Gitterwerk. In Deiitschla®dagegen und wie es scheint ebenso in den Niederlanden thaten sic »und zwar im Anschlüsse an bereits ausgezeichnete Meister, gleich s®Anfang des Jahrhunderts zahlreich Giesser von zum Theil höchst KUlerischer Begabung hervor. Unter ihnen nahm seit länger die l' anVischer in Nürnberg , und nunmehr Peter Vischer der Aeltere (1bis 1529) nebst seinen Söhnen und Mitarbeitern, Johann und Hermann,die hervorragendste Stelle ein. Von den vielen kunstreichen Werken, ^meist umfangreiche Grabplatten mit dem erhobenen Bildnisse der ^ erstorbenen und mannigfach reich verzierendem Beiwerk, steht das ' vPeter Vischer entworfene sogenannte Sebaldusgrab in der St. LorenzKi ^zu Nürnberg durch Grossartigkeit der Anordnung, und Ausführung ^Einzelnen, als dauerndes Meisterwerk oben an (Fig. 323). Neben 1 ^nach ihnen arbeiteten in gleich ernster und würdiger Weise PankraLabenwolf zu Nürnberg (gest. 1563), Stephan und Melchior Godl ( l *^1535), Georg SeselSchreiber von München (etwa bis 1520), Hans '

Cöln (um 1520), Hans Lendenstrauch, Hans Krebs zu Bamberg 11515) u. s. f.; nach der Mitte des Jahrhunderts, unter Vielen, I an ^Hilger von Freiberg , Johann Krumpter von Weilheim in B a I

(bis um 1580), und nächst zahlreich anderen Deutschen (vornämlich Aug

bürgern und Nürnbergern) mehrere Italiener und Niederländer, als P*

Roselli von Venedig , Giovanni Maria Nosseni (bis 1593 ), '%

Jongeling von Antwerpen , Hubert Gerhard und Adrian de Tfftt / >*,